Eben noch einmal schnell nachschauen, wann der nächste Zug nach Hause abfährt, wie man sich geschickt am Stau vorbeimogelt oder welche Nachrichten gerade auf der SÜDKURIER-Homepage angezeigt werden. Immer mehr Menschen ist das Smartphone in den vergangenen Jahren zur Vielzweckwaffe im Alltag geworden. Für den Zugang zu den unendlichen Informationsweiten des Internets ist eines aber unerlässlich: Ein möglichst leistungsschnelles WLAN. Hier hat sich in Singen in letzter Zeit einiges getan. Der SÜDKURIER verrät, wo sich im Stadtgebiet das Gratis-Internet anzapfen lässt, wo der drahtlose Internetzugang bisher noch zu wünschen übrig lässt und welche Maßnahmen für die Zukunft geplant sind.

  • Internet aus städtischer Hand: Die städtischen Bibliotheken machten vor zwei Jahren den Anfang. Schon seit 2014 können Nutzer an den Ausleihtheken das jeweilige Passwort erfragen und sich anschließend am sogenannten WLAN-Hotspot einwählen – ein Service, den durchschnittlich 50 Besucher im Monat nutzen, wie die Bibliotheksleitung berichtet. Aber nicht nur zwischen Bücherregalen kommt man mit dem Smartphone kostenlos ins Internet. Auch die städtischen Busse fungieren seit Sommer als Surfbrett für mobile Internet-Nutzer. "Der Service wird sehr gern angenommen", berichtet Achim Eickhoff von der städtischen Pressestelle.
    "Seit dem Start im Juni haben sich in unseren Bussen bereits über 19 000 Nutzer eingeloggt."Vor wenigen Wochen konnte die Stadt dann eine weitere Möglichkeit präsentieren, wie man in Singen schnell und kostenfrei Zugang zum World Wide Web herstellen kann. SingenConnect lautet der Name des öffentlichen WLAN-Netzes, das die Thüga im Auftrag der Stadt zunächst auf dem Rathausplatz freigeschaltet hat. Gabriele Müller freut sich, dass dieses neue Internetangebot bereits rege genutzt wird. Gerade jetzt zum Start des Hüttenzaubers würden viele Weihnachtsmarktbesucher Gebrauch davon machen, berichtet die Pressereferentin der Thüga. Neben dem Rathausplatz ist man vor wenigen Tagen aber auch auf dem Heinrich-Weber-Platz ans Netz gegangen. Und das ist noch nicht alles: "Wir werden das öffentliche WLAN nach und nach auch noch weiter in Richtung Innenstadt ausweiten", verspricht Müller.
  • Das Patienten-Internet: "Auch bei uns gibt es kostenloses WLAN, leider aber noch nicht ganz flächendeckend", informiert die Sprecherin des Hegau-Bodensee-Klinikums, Andrea Jagode. Die Nutzung funktioniere im Krankenhaus folgendermaßen: "Direkt bei der Patientenannahme kann angegeben werden, dass WLAN benötigt wird. Man erhält dann ein Ticket mit dem Zugangs-Code", erklärt Jagode. Je nach Aufenthaltsdauer wird im Klinikum zwischen Zwei-Stunden-, Tages- und Wochentickets unterschieden.Aufgrund mangelnder Infrastruktur sei es leider noch nicht möglich, in allen Klinik-Gebäuden eine drahtlose Internetverbindung herzustellen.
    "Man wird aber vor Ort darüber informiert, wo sich das WLAN am besten nutzen lässt", sagt Andrea Jagode. "Ganz sicher weiß ich zum Beispiel, dass es in unseren Jugendzimmern funktioniert."
  • WLAN in der Freizeit: Aber man muss sich nicht gleich ins Krankenhaus einliefern lassen oder im Umkreis städtischer Einrichtung bewegen, um eben mal geschwind eine WhatsApp-Nachricht abzuschicken. Von Buchläden über Kneipen und Cafés bis hin zur Autowaschanlage Star Wash stellen zahlreiche private Anbieter ihren Kunden in Singen Gratis-Internet zur Verfügung.Passend zum schnell servierten Essen versprechen zum Beispiel die städtischen Fast-Food-Größen geschwindigkeitsstarken Netz-Zugang. So hat McDonald's in Kooperation mit der Telekom in beiden seiner Singener Filialen Hotspots eingerichtet. Kunden können hier drei Stunden lang kostenfrei surfen. Auch bei Kentucky Fried Chicken in der Franz-Sigel-Straße kann eine Stunde lang ununterbrochen und kostenlos ins Netz gegangen werden.Wem es statt schnellem Essen eher nach Kaffee und gepflegter Unterhaltung zumute ist, der findet zum Beispiel in der Café Bar Lounge Hemmingway oder dem Café Rüd's Gratis-Internet vor. Auch die Buchhandlung Greuter in der Hegaustraße stellt Schmökerfreunden eine kostenlose WLAN-Verbindung zur Verfügung.Jugendliche Smartphone-Nutzer dürften sich wiederum darüber freuen, dass mit dem Top Ten auch eine Singener Diskothek mit Gratis-Internet aufwartet. Hier bestehen zwei Möglichkeiten, sich einzuloggen. Entweder man erlaubt seinem Smartphone, eine Verbindung über den eigenen Facebook-Account herzustellen oder man meldet sich über eine E-Mail Adresse an. Ähnlich funktioniert die WLAN-Nutzung im Cineplex in der Bahnhofstraße. Wer bereits einen Cineplex-Account hat, kann nicht nur von Zuhause aus Filmtickets bestellen, sondern kommt mit dem dort verwendeten Passwort auch im Kino ins WLAN. Umgekehrt geht es genau so. Wer sich einmal im Kino mit dem Smartphone registriert hat, kann nicht nur vor Ort surfen, sondern in Zukunft auch Tickets für Filmvorstellungen reservieren.
  • Internet beim Einkaufen: Eine Stichprobe in der Innenstadt zeigt zudem, dass immer mehr Einkaufshäuser ihren Kunden die Möglichkeit bieten, Shoppen und Surfen miteinander zu verbinden. Besonders beeindruckend ist die WLAN-Dichte in der August-Ruf-Straße. In Kooperation mit der Telekom hat hier zum Beispiel die Karstadt-Filiale einen leistungsstarken Hotspot einrichten lassen. Drei Stunden am Stück können sich Kunden des Kaufhauses im Internet bewegen. Nur ein paar Schritte weiter bietet das Kleidergeschäft H&M über Facebook Zugang zum Internet. Und auch die Drogeriemarktkette DM stellt ihren Kunden eigenes WLAN zur Verfügung.
  • Die Not-Spots: Natürlich gibt es auch in Singen noch weiße Flecken auf der WLAN-Karte. So lässt sich zum Beispiel am Bahnhof, auf der Ekkehardstraße oder im Stadtgarten bisher noch nicht wirklich auf eine kostenfreie Internet-Verbindung zurückgreifen. Aber auch das könnte sich mit der Ausweitung des städtischen Netzes SingenConnect in Kürze bereits ändern.

So geht SingenConnect

Am Rathausplatz und am Heinrich-Weber-Platz steht das städtische Gratis-Internet zur Verfügung. Erstmalige Nutzer können SingenConnect folgendermaßen anzapfen: Zunächst gilt es am Smartphone das Menü "Einstellungen" und dann über den Button "WLAN", das städtische Netz auszuwählen. Daraufhin wird man um die Eingabe der eigenen Handynummer gebeten. Ist das geschehen, erhält man per SMS ein Passwort zugeschickt, mit man sich anmelden und direkt lossurfen kann.