Unterirdisch

Der Herz-Jesu-Platz sieht gerade wie ein großer Sandkasten aus, in dem die Bagger spielen. Dort entsteht die Tiefgarage unter dem neu gestalteten Platz. Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten jetzt dem Entwurf des zweiten Bauabschnitts zu. Die Gesamtkosten stehen fest: Rund 1,7 Millionen Euro, 525 000 Euro an Förderung gibt es von Bund und Land. Auf den Bildern, die zeigen, wie es mal aussehen soll, sieht der Platz richtig schick aus. Nur etwas fehlt. Eberhard Röhm, Gemeinderat der Grünen, hat den Fehler im Bild entdeckt. "Wo sollen denn die vielen Marktbesucher, die mit dem Rad kommen, ihre Räder abstellen?", fragte er. Stadtplaner Tilo Brügel verstand ihn falsch und erklärte, Stellplätze gebe es unterirdisch in der Tiefgarage. Dass er von Autos redete und Röhm von Fahrrädern war schnell geklärt. Es dürfe wohl kein Problem sein, Fahrradstellplätze nachträglich einzuplanen, sagte OB Bernd Häusler.

Oberirdisch

Es ist schon erstaunlich, was die Umgestaltung einer Straße bewirken kann. Auf der Hegaustraße kann man das beobachten. Die Fußgänger gehen gern durch die Straße, sie flanieren über den neuen Belag. Eine Sache störe allerdings, findet FDP-Gemeinderätin Kirsten Brößke. Die Kippen in den Rillen zwischen den Platten. Und wenn man mal drauf achtet, sind es viele Kippen. Nun kann die Stadt den Menschen das Rauchen auf neu gestalteten Straßen nicht verbieten. Obwohl so eine rauchfreie Zone schon mal eine Überlegung wert wäre. Das sei noch nicht ganz fertig, antworteten die Vertreter des Bauamts. Die Fugen werden noch gefüllt. Dann liegen die Kippen nicht mehr in den Rillen, sondern gut sichtbar auf den Platten, bemerkten einige Gemeinderäte trocken.

Überirdisch

Viele hat jetzt doch noch hinterrücks ein grippaler Infekt erwischt. Da freut man sich über jede Art von Abwechslung ohne geistige und körperliche Anstrengung. Sehr zu empfehlen sind Zeichentrickfilme aller Art, bevorzugt Bugs Bunny. Schön sind auch Hörbücher und Kinder freuen sich über vorlesende Erwachsene und die Vorleser über intelligente Kinderbücher. Zum Beispiel über die Romane von Andreas Steinhöfel mit dem tiefbegabten Rico und dem hochbegabten Oskar als Hauptfiguren für Kinder ab acht Jahren. Steinhöfel hat nicht umsonst den deutschen Jugendliteraturpreis bekommen. Kein erhobener Zeigefinger, kein "jetzt erklär' ich Dir mal die Welt", sondern Figuren direkt aus dem Leben gegriffen. Wenn man dann vor Lachen einfach nicht mehr weiterlesen kann, ist auch die schlimmste Grippe kurz vergessen. Der neueste Roman "Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch" spielt auch noch im tief verschneiten Berlin an Weihnachten. Das passt doch.

jacqueline.weiss@suedkurier.de