"Ich will mit euch über die Dinge reden, die euch in eurem Alter bewegen: Über Rauchen, Saufen, Sex und Drogen – oder wie ich es nenne, das kleine Wochenend-Paket für Jugendliche." Schon die ersten Sätze, die der Kabarettist Ingo Vogl im Bürgersaal des Singener Rathauses an sein junges Publikum richtet, zeigen Wirkung. Die Schüler, die mit ihren Lehrern der Einladung der Singener Kriminalprävention, der AOK und b.free gefolgt sind, merken schnell: Über ernste Themen reden muss keinesfalls langweilig sein.

Aufklärung zwischen witzigen Anekdoten und knallharten Fakten

Das Programm von Ingo Vogl ist eine Gratwanderung zwischen Unterhaltung und Aufklärung. Mit Witz und Leichtigkeit berichtet der Österreicher von seinen Erfahrungen und erzählt Anekdoten von seiner Arbeit im Rettungsdienst. Es geht um kuriose Sex-Unfälle mit Intim-Piercings und Fruchtsaftflaschen, den ersten Vollrausch nach ausgiebigem Rumtopf-Genuss und Teletubbie-Halluzinationen durch übermäßigen Cannabis-Konsum. Vogl nimmt kein Blatt vor den Mund. Er spricht offen über vermeintliche Tabuthemen wie ungewollte Schwangerschaften oder Selbstbefriedigung – aber mit einem gehörigen Schuss Humor. So schafft es der Kabarettist, harte Fakten aus den Bereichen Drogenmissbrauch, Sexualität und Gesundheit zu vermitteln. Und das ohne den erhobenen Zeigefinger.

Das tragische Schicksal eines 15-Jährigen soll aufrütteln

Einen ernsten Moment, in dem das Lachen im Bürgersaal schlagartig verstummt, gibt es dann aber doch: Ingo Vogl schildert die Geschichte eines 15-Jährigen, der auf einer Party Drogen nahm und daran starb. Seine Freunde hatten aus Angst vor den Eltern viel zu spät den Rettungsdienst gerufen. "Jeder baut mal Mist, aber man muss zu den Konsequenzen stehen", mahnt Vogl und fügt an die Singener Schüler gerichtet hinzu: "Ihr seid die, die im richtigen Moment das Richtige tun können." Und so lautet die zentrale Botschaft, die der Kabarettist seinen Zuhörern mit auf den Weg gibt: "Ob es um den Umgang mit Drogen, Sex oder eurer Gesundheit geht – ihr könnt euch noch entscheiden, welchen Weg ihr einschlagen wollt."