„Noch sind wir in Verhandlungen mit einigen Grundstückseigentümern. Nur wenn diese ihre Flächen an uns verpachten, können wir die beiden Windkraftanlagen bauen“, erklärt Axel Blüthgen, Leiter der Steißlinger Gemeindewerke. „Wir sind zuversichtlich. Es ist aber alles noch offen“, sagt er. „Es wäre sehr schade, wenn das Projekt nicht zustande käme. Die Gemeinde und die große Mehrzahl steht dahinter“, ergänzt er. Es haben sich einige Bürgerinitiativen gebildet, die sich vehement gegen den Windpark am Kirnberg wehren. Sie kritisieren besonders, dass massiv in die Natur und das Landschaftsbild eingegriffen werde, wenn es zum Bau der Windkraftanlagen komme. Kritiker fordern im Gegenzug, den Ausbau der Solarflächen voranzutreiben, da sich die Region besser dafür eigne als für Windkraft.

„In Sachen Windkraft sind wir im Landkreis Konstanz eindeutig Nachzügler, wie überhaupt bei der Erzeugung von erneuerbarer Energie. Im deutschlandweiten Vergleich hinken wir deutlich hinterher“, betont Bene Müller, Geschäftsführer der Singener Bürgerunternehmens Solarcomlex und Sprecher der IG Hegauwind. „Wir brauchen in der Region Windkraft, auch für die eigene Wertschöpfung, um den Anforderungen der Erzeugung von erneuerbaren  Energien gerecht zu werden. Dies, auch wenn wir die Solarflächen erweitern“, so Müller. Seine Firma plane den Ausbau des Solarparks in Böhringen-Rickelshausen.  

Für den Windpark Verenafohren im Wald des Tengener Stadtteils Wiechs am Randen stehe die endgültige Genehmigung noch aus. Das Landratsamt Konstanz habe aber schon signalisiert, dass dem Vorhaben nichts im Wege stehe. Deshalb sei auch schon mit den umfangreichen Vorarbeiten begonnen worden. Es sind drei Windkraftanlagen mit Höhen von knapp 200 Metern geplant. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen.