Ist es Ihnen schon einmal gelungen, einen Gutschein der Deutschen Bahn einzulösen? – Ich habe damit meistens Pech. Immer wieder schickt mir das Transportunternehmen einen Code, hinter dem sich meistens ein Wert von zehn Euro verbergen soll. Mit diesem kleinen Zuschuss will man mich zu einer neuen Reise auf die Schiene locken. Und tatsächlich regt sich als erster Impuls für diese kleine Aufmerksamkeit ein Glücksgefühl. Oh, mal wieder verreisen und dann noch mit Zuschuss. Wenn ich dann aber den Gedanken in die Tat umsetzen will, schlägt die Freude schnell in Frust um. Ich habe mal wieder den winzigen Hinweis übersehen, dass die Gutschrift nur begrenzt gilt, nämlich nur für Buchungen innerhalb Deutschlands ab 49 Euro und bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Den Zeitpunkt habe ich selbstverständlich wieder verpasst, und meine Verbindung ins Ausland zum Sparpreis kostet nur 26,40 Euro. Soll ich deshalb etwa einen Fahrschein für 72 Euro buchen? Ich kaufe also das Super-Spar-Ticket ohne Gutschein und lasse die zehn Euro verfallen. So sparen wir beide: die Bahn und ich. Trotzdem fühle ich mich ein bisschen an der Nase herumgeführt. Ich bin wieder einer Verlockung erlegen. Übrigens ist die Bahn nicht das einzige Unternehmen, welches mit Gutscheinen Kaufgelüste weckt. In meinem benachbarten Singener Warenhaus sind immer genau jene Artikel von den Gutscheinaktionen ausgeschlossen, die ich gerade benötige. Eigenartig.

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