Das große Spießrutenlaufen auf den Hegauer Bahnhöfen geht weiter. Das gilt zumindest für die Menschen, die wenigstens noch halbwegs gut zu Fuß sind. Sie müssen sich Treppen hoch- und hinunterquälen, weil Aufzüge in Gottmadingen und Singen entweder stehen oder bei einem geplante Austausch schon monatelang als Baustelle verwaist sind. Für Gehbehinderte, vor allem solche, die an den Rollstuhl gefesselt sind, werden die Bahnhöfe zur regelrechten Falle. Ohne fremde Hilfe geht für sie gar nichts mehr. Schlimmer kann man diese ohnehin stark benachteiligte Gruppierung nicht mehr ins Abseits stellen. Auf dem Singener Bahnhof gibt es seit dem Sommer keine Aufzüge mehr, weil sie die Deutsche Bahn austauschen will. Es gebe Lieferengpässe, so begründet sie, dass der Austausch nun erst im Februar erfolgen soll. Wer soll eine solche Fehlplanung verstehen? In Gottmadingen fallen die Aufzüge regelmäßig aus, Menschen bleiben sogar darin stecken. Das alles sind Zustände, die nicht mehr länger haltbar sind. Die Bahn muss reagieren. Aber bitte schnell. Und koste, was es wolle. Das ist sie ihren Kunden schuldig.

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