Wer sich nur kurze Zeit die Situation auf dem Singener Bahnhof beobachtet, muss sich vorkommen wie in einem schlechten Film. Verdutzte und ratlose Menschen mühen sich, um von den Bahnsteigen an Bushaltestellen oder andere Zielorte zu gelangen. Gehbehinderte Senioren und Mütter mit Kinderwagen müssen sich mühsam über Treppenstufen bewegen. Gut, dass ihnen viele eifrige Helfer buchstäblich unter die Arme greifen. Durch die unzumutbaren Zustände auf den Bahnhöfen scheint es gerade für einen Teil der Bewohner von Gemeinden zum Nachteil zu werden, dass sie einen Zugverkehr haben. Denn dadurch entfallen Buslinien, die früher viele Haltestellen in Singen anfuhren. Dagegen verfügt beispielsweise die Gemeinde Rielasingen-Worblingen über hervorragende Takte bei den Buslinien. Ein bequemes Umsteigen zwischen den Niederflurbussen ist am Singener Bahnhof möglich. Die Nutzer werden nicht durch stehende Aufzüge behindert. Von daher wird es höchste Zeit, dass die Bahn die Probleme mit stehenden Aufzügen löst. Eine von vielen Gottmadingern geforderte Aktivierung der Buslinie nach Singen wird es wohl kaum geben. Der Landkreis Konstanz müsste dann wohl auch andere Regionen beim Öffentlichen Personen Nahverkehr auf den Prüfstand stellen, wo schienengleiche Parallelfahrten gestrichen wurden. Dies geschah mit dem Ziel, das gesparte Geld in die Zubringer-Busfahrten einzusetzen. Daher sollten die Senioren dringend die Anruf-Sammeltaxis nutzen, die sie trotz verstärkter Werbung, wie durch die Gemeinde Gottmadingen, nur spärlich nutzen. Das würde auch den geballten Aufzug-Ärger ersparen, der wegen der bisherigen Ausfälle wohl immer wieder zum Thema wird.

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