Ein bekanntes Gesicht hat sich dem Publikum der Studiokonzerte im Walburgissaal auf der Singener Musikinsel präsentiert: Der französische Flötist Nathanaël Carré spielte nach drei Jahren erneut in der Reihe und scherzte zur Begrüßung, dass er diesmal die Ehre habe mit zwei Damen zu musizieren. Zuletzt war er zusammen mit sechs Männern im Walpurgissaal aufgetreten.

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Carré ist Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe und erhielt aufgrund seines hervoragenden Spiels bereits im Alter von 22 Jahren eine Stelle als Soloflötist im Staatsorchester Stuttgart. Auf diesem Wege lernte er auch Violistin Madeleine Przybyl und Harfinistin Andrea Berger kennen, die dort selbst eine Solistenstelle inne haben.

Viele Besucher verfolgten den Auftritt von Madelaine Przybyl, Andrea Berger und Nathanael Carré (v.l.) im Walburgissaal auf der Singener Musikinsel.
Viele Besucher verfolgten den Auftritt von Madelaine Przybyl, Andrea Berger und Nathanael Carré (v.l.) im Walburgissaal auf der Singener Musikinsel. | Bild: Leander Biehler

Seiner Herkunft treu, hegt der junge Flötist eine große Verbundenheit zu französischen Komponisten der Moderne. Claude Debussy und dessen Solo-Flötenwerk “Syrinx” stellte er ebenso ins Zentrum des Vortrags wie eine Sonate aus dem Zyklus “Six Sonates pour Instruments divers”. Die Sonate für Flöte, Viola und Harfe, die erste Originalkomposition für diese Besetzung, gab den Anstoß für die Zusammenarbeit.

Auch Debussys Einfluss auf nachfolgende Komponisten präsentierten die Musiker. So begann das Trio mit “Deux Interludes” von Jacques Ibert. Gemeinsam brachten sie Nostalgie zum Klingen und zeigten in melancholischen Momenten ihre Virtuosität.

Mit einem Arrangement von Mel Bonis fand sich auch eine Zeitgenossin Debussys im Programm. Da es sich nicht um die Originalbesetzung handelte, war es nicht möglich in dieser Besetzung alle Sätze zu spielen. Die Harfe ließ dann wohl auch ihren Widerwillen spüren, als mitten im Stück die Saite riss. Als das anschließend repariert wurde, kam das Publikum in den vollen Genuss eines Live-Konzertes.

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Mit Règis Campos Flötenstück “Phènix” bewies Carrè sein Talent für zeitgenössische Musik. Auch hier ging es um die Suche nach Farbe und Klang. In rasanten Noten-Läufen demonstrierte er sein Können. Nachdem in Iberts “Entr’acte” Harfe und Flöte alleine musizierten, konnte in André Jolivets “Petit Suite” schließlich wieder das ganze Trio überzeugen.

In insgesamt fünf Sätzen bekamen die Zuschauer die verschiedenste Einflüsse fremder Länder zu hören. Am Ende waren die Zuschauer dermaßen begeistert, dass sie sich erst nach einer Zugabe widerwillig zufrieden gaben. Ein kleiner Trost dürfte sein, dass Nathanaël Carré auch in der kommenden Saison Teil des Programms sein wird.