Postkunden in Singen sind irritiert nach einem SÜDKURIER-Bericht über ein komplett ausgebranntes Postauto am Wochenende in der Singener Nordstadt. An der Richard-Wagner-Straße ist am Samstagmorgen gegen 9.30 Uhr ein topmoderner Elektrolieferwagen der Post in Brand geraten. Die Ursache ist laut Post noch immer ungeklärt. "Wie es zu dem Brand kommen konnte, wird noch von unabhängigen Gutachtern untersucht", erklärt Post-Sprecher Hugo Gimber auf Nachfrage des SÜDKURIER.

Zeugen berichten, wie schnell alles gegangen sei: "Es hat geknallt und gekracht", erzählt Ursula Joos. Zu Tode sei sie erschrocken.

Mit dem Schrecken kam laut Post auch die Zustellerin davon. Wie Anwohner berichten, kam sie gerade von einer Haustüre zurück, als das Fahrzeug in Flammen auf der Straße stand. Für die Feuerwehr gab es nichts mehr zu retten. Aufgrund der Hitze wurde sogar ein weiteres Fahrzeug beschädigt. Das Wichtigste sei aber, wie der Post-Sprecher betont, dass bei dem Brand keine Personen verletzt worden seien.

"Das Wichtigste ist, dass bei dem Brand keine Personen verletzt worden sind", sagt Hugo Gimber, Sprecher der Deutschen Post
"Das Wichtigste ist, dass bei dem Brand keine Personen verletzt worden sind", sagt Hugo Gimber, Sprecher der Deutschen Post | Bild: Andreas Heddergott

Doch rund 80 Sendungen seien bei dem Unglück den Flammen zum Opfer gefallen. Postsprecher Gimber rät Betroffenen, die derzeit eine Sendung vermissen, sich direkt an die Post zu wenden. Im Streetscooter der Post befanden sich Sendungen für den Zustellbezirk Singen Nord. Anfahren sollte die Zustellerin – wie Gimber erläutert – nach der Richard-Wagner-Straße auch noch Bruderhof- und Max-Porzig-Straße.

Mit Schadensersatz können die Kunden nicht in jedem Fall rechnen: "Für Dinge, die verbrannt sind, haftet die Deutsche Post gegenüber dem Absender in der Regel, für gewöhnliche Briefe und Päckchen aber nicht", erklärt Gimber. Da in diesen Fällen weder Einlieferung noch Auslieferung dokumentiert werden, könne der Wert nur schwer bestimmt werden. Zudem sei die Erfassung solcher Sendungen aus Datenschutzgründen nicht zulässig. Alle Empfänger von Sendungen, deren Daten der Deutschen Post vorlägen, würden von dem Vorfall benachrichtigt. Wer einen Brief oder ein Päckchen vermisst, sollte sich am besten auch an den Absender wenden und klären, ob der Nachversand einer Kopie möglich ist.

Ein solcher Elektrolieferwagen der Marke Streetscooter, wie er hier von Tanja Kohl beladen wird, ist in Singen komplett ausgebrannt.
Ein solcher Elektrolieferwagen der Marke Streetscooter, wie er hier von Tanja Kohl beladen wird, ist in Singen komplett ausgebrannt. | Bild: Deutsche Post

Trotz aller Umstände geht Gimber nicht davon aus, dass der Fall das Vertrauen ins Unternehmen erschüttern werde: "Unsere Postboten liefern jeden Werktag rund 59 Millionen Briefe und über 4,6 Millionen Pakete aus." Da wüssten die Kunden, dass bei solchen Mengen auch einmal etwas verloren gehen kann, und hätten Verständnis, wenn auch einmal ein Fahrzeug in Brand gerate. Bundesweit würden der Versicherungswirtschaft 40 000 Fahrzeugbrände pro Jahr gemeldet.

Das könnte Sie auch interessieren

So transportiert die Post

  • Briefe sind nicht versicherte Postsendungen bis zu einer Größe von Din A4 und einem maximalen Gewicht von 1000 Gramm. Ein Standardbrief darf höchstens 20 Gramm wiegen.
  • Päckchen dürfen maximal zwei Kilogramm wiegen und 60 auf 30 auf 15 Zentimeter groß sein. Auch sie werden versicherungsfrei versandt.
  • Pakete können bis zu zehn kilogramm schwer sein. Sie sollten innerhalb von ein bis zwei Werktagen zugestellt werden. Die Post übernimmt die Haftung bis zu 500 Euro. Die Lieferung kann online verfolgt werden.