Wieder ein Freitag für den Klimaschutz: Einen echten Klimaschützer kann auch strömender Regen nicht von einer Kundgebung abhalten. Dass haben die Teilnehmer der Fridays for Furture-Bewegung in Singen am Freitag erneut bewiesen. Etwa 50 Jugendliche haben sich an dem Demonstrationsmarsch durch die Innenstadt beteiligt, ihre Nachricht weiterhin unmissverständlich: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“

Das könnte Sie auch interessieren

Vor dem Singener Rathaus forderte die 17-jährige Carla Figlestahler zu mehr Mut in Sachen Klima- und Umweltschutz auf: „Das hier ist nicht mein Hobby, nicht meine Passion. Dass ich trotzdem immer wieder hier stehe hat seine Gründe.“ Der Klimawandel sei kein Krisenjahr, keine Wirtschaftskrise, die man mit ein bisschen Konjunktur schon wieder in den Griff bekomme. „Der Klimawandel ist kein politisch instabiles Land, in die man Diplomaten schickt und versucht die Lage zu entspannen“, sagte die Schülerin des Friedrich-Wöhler-Gymnasium weiter.

Bild: Tesche, Sabine

Unterstützung erhielt sie von Daniel Stoll: Er sei sich sicher, dass Katastrophen, wie der Hurrikane Katrina, sich häufen werden, und Haushalte in weiten Teilen der Welt vernichten. „In England häufen sich schwere Stürme und Überflutungen, erst 2013 erlebte England die stärksten Fluten seit 60 Jahren“, so Stoll.

Das könnte Sie auch interessieren

Matteo Möller, einer der Hauptverantwortlichen der Fridays for Future-Bewegung in Singen, bezeichnete den Plan der Bundesregierung, bis 2038 aus der Kohlekraft auszusteigen, als Kompromiss. „Das ist nicht ehrgeizig genug“, sagte er. Stattdessen stelle er sich die Frage, weshalb Deutschland führende Politiker nicht schon längst ein Tempolimit auf deutschen Straßen oder eine Abgabe für CO2-Ausstöße realisiert haben. „Hier stehen Kinder und Jugendliche im strömenden Regen und Kämpfen für ihre Zukunft, weil die Politiker in Berlin versagen“, rief er seinen Mitdemonstranten zu.

Straßen werden gesperrt

Zum ersten Mal in der Geschichte der Singener Klimaschutz-Bewegung wurde für eine Kundgebung die Ekkehard-, die Freiheit und die Hauptstraße gesperrt, „Nicht zeitgleich, sondern temporär“, wie Marcus Berger, Leiter des Amtes für Sicherheit und Ordnung der Stadt Singen, auf Nachfrage betont. Dies sei der Wunsch der Jugendlichen gewesen. „Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, haben sie den Antrag gestellt, auch auf der Straße zu laufen“, so Berger weiter.

15 Verstöße gegen Parkverbote

Mit den Verantwortlichen habe man sich Laut Berger eigentlich darauf geeinigt, dass die Schülerzug nur auf den Gehwegen unterwegs sei. Da in der Ekkehard- und in der Freiheitsstraße immer wieder gegen die Parkverbote verstoßen werde, habe man am Freitagmorgen reagieren müssen. „Wir hätten 15 Fahrzeuge, die widerrechtlich geparkt haben, abschleppen müssen. Das war so kurzfristig nicht möglich“, sagte er. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, die Aktivisten sprichwörtlich auf die Straßen zu lassen und diese für den Verkehr zeitweise zu sperren. Von der Innenstadt beginnend, zogen die rund 50 Jugendliche auch vor das Rathaus. Vertreter der Stadtverwaltung waren allerdings bei der Kundgebung nicht zugegen.