Perfekt zeigte sich das Wetter zum beliebten Martini-Markt mit verkaufsoffenem Sonntag. Als dann sogar noch die Sonne raus kam, flanierten die Menschen umso lieber über den Martini-Markt oder schauten sich in den Geschäften um.

Bereits zum 19. Mal hatte Singen aktiv gemeinsam mit der Stadt, dem City Ring, den Wochenmarkt-Beschickern und vielen anderen Anbietern zum Martini-Markt auf dem Rathausplatz eingeladen. Während das Markttreiben bereits ab 11 Uhr begann, öffneten die Geschäfte um 13 Uhr und luden die Kunden bis 18 Uhr zum Shoppen ein. „Es ist ganz gut angelaufen“, sagte Florian Schön von der Buchhandlung Greuter, als der Laden erst eine Stunde geöffnet hatte.

Als die Sonne herauskommt, gibt es auf dem Rathausplatz kaum noch ein Durchkommen.
Als die Sonne herauskommt, gibt es auf dem Rathausplatz kaum noch ein Durchkommen. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Im Modehaus Heikorn hatte man zusammen mit anderen Geschäften sogar eine eigene kleine Hochzeitsmesse vorbereitet. „Es ist gut, dass es heute nicht regnet. Da war es schon beim Aufbau recht entspannt“, sagte Claudia Kessler-Franzen, die die Organisation von Anfang an federführend übernommen hat. „Es läuft super, der Markt hat sich längst als Treffpunkt etabliert.“

70 Stände stehen zur Auswahl

Auf dem Martini-Markt konnten die Kunden an 70 Ständen leckere Köstlichkeiten oder schöne Dinge für die Vorweihnachtszeit oder die kalte Jahreszeit erstehen. Zuschauen konnte man wieder Glasbläser Detlef Greiner-Perth, wie seine filigranen Glaskunstwerke entstehen. Auch schönes Holzspielzeug oder Handarbeiten wie Mützen oder Socken warteten auf neue Besitzer.

Die feine Glasbläserkunst fasziniert die Besucher immer wieder, im Bild Glasbläser Detlef Greiner-Perth (vorne rechts).
Die feine Glasbläserkunst fasziniert die Besucher immer wieder, im Bild Glasbläser Detlef Greiner-Perth (vorne rechts). | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Ebenfalls sehr gut frequentiert: Mitmachaktionen wie Kerzenziehen oder Seile und Seife herstellen. So leitete Carina Hoch von der Seifenscheune Moos die Kinder beim Seife herstellen an.

Tolles Mitmachangebot: Seife herstellen. Carina Hoch (hinten) von der Seifenscheune Moos zeigt, wie‘s geht.
Tolles Mitmachangebot: Seife herstellen. Carina Hoch (hinten) von der Seifenscheune Moos zeigt, wie‘s geht. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Schmied Andreas Wagenbrenner zeigte wiederum, wie er mit dem Hammer zu Werke geht.

Selbst Hand anlegen: Andreas Wagenbrenner und seine Schmiede sind für Familien mit Kindern eine echte Attraktion.
Selbst Hand anlegen: Andreas Wagenbrenner und seine Schmiede sind für Familien mit Kindern eine echte Attraktion. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Außerdem hatte die Abteilung Kinder und Jugend der Stadt im Holiday Inn Express im „SpielRaum“ 100 Brettspiele im Angebot, darunter Neuerscheinungen. Hier spielten nicht nur Gleichaltrige zusammen, sondern auch Großeltern mit ihren Enkeln.

Die Mitarbeiter der Abteilung Kinder und Jugend posieren im Holiday Inn hinter einem großen Berg Gesellschaftsspiele: Tobias Hennes, Garik Hovhannisyan, Celine Buchholtz, Davina Mohaupt, Ramona Graf, Fabian Weißhaar und Dieter Zühlke (von links).
Die Mitarbeiter der Abteilung Kinder und Jugend posieren im Holiday Inn hinter einem großen Berg Gesellschaftsspiele: Tobias Hennes, Garik Hovhannisyan, Celine Buchholtz, Davina Mohaupt, Ramona Graf, Fabian Weißhaar und Dieter Zühlke (von links). | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Ein Bastelangebot hatten Petra Merklin und Alexandra Guldin vorbereitet, die Werbung für die neue KiJu-Karte der Stadt machten.

Ein Bastelangebot haben Petra Merklin (Stadt Singen) und Alexandra Guldin (Kinderchancen), die die neue „KiJu“-Karte vorstellen, vorbereitet. Im Bild (von links) Simon Hoffmann mit Tochter Ida (8) sowie Martin Burmeister (Stadt Singen).
Ein Bastelangebot haben Petra Merklin (Stadt Singen) und Alexandra Guldin (Kinderchancen), die die neue „KiJu“-Karte vorstellen, vorbereitet. Im Bild (von links) Simon Hoffmann mit Tochter Ida (8) sowie Martin Burmeister (Stadt Singen). | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Vor dem Martini-Umzug sang der Chor des Bildungswerks „Sing for Joy“ unter der Leitung von Melinda Liebermann auf dem Rathausplatz.

Doch dann ging es endlich los: Dieses Mal folgten die Kinder mit ihren Laternen Ross und Reiter auf einem neuen Weg entlang des Hegau-Museums zur Gems über die Schmiedstraße zur Zunftschüür, wo – musikalisch umrahmt von der Bläsergruppe des Blasorchesters und dem Poppele-Chor – Martinslieder gesungen wurden.

1000 Gänse als Belohnung für die Laternenkinder

Ins Martins-Kostüm schlüpfte Timo Heckel (eigentlich als Poppele bekannt), Rüdiger Grundmüller gab den Bettler. Sie erzählten die Martinsgeschichte, bevor es zum Rathaus ging, wo 1000 Martinsgänse, gebacken von der Bäckerei Künz, an die Laternenkinder verteilt wurden.

Die Erwachsenen waren vermutlich vorher schon satt, denn viele herzhafte wie süße Versuchungen, seien es Dünnele aus Dinkel, Schupfnudeln mit Sauerkraut oder Ochsenfetzen verführten die Besucher schon tagsüber mit ihren über dem Platz schwebenden Duftwolken. Dazu ein Glühwein – und man konnte es sich gut gehen lassen. Für solche Pausen war auf dem Gelände eine Ecke mit Strohballen vorbereitet worden, die sehr gut angenommen wurde.

Der Martinstag

Es gibt zahlreiche Bräuche und Legenden rund um den Martinstag. Dazu gehört das Essen von Martinsgänsen, denn als die Menschen Martinus zum Bischof von Tours machen wollten, versteckte dieser sich in den Stallungen seines Klosters, da er aufgrund seiner Bescheidenheit nicht Bischof werden wollte. Doch schnatternde Gänse verrieten der Legende nach sein Versteck. Am Martinstag oder am Vorabend finden traditionell Laternenumzüge statt. Auch in Singen tragen die Kinder heute noch ihre selbstgebastelten Laternen durch die Straßen und singen Lieder zu Ehren des heiligen Martins.