Singen Standortwechsel verschafft Friedinger Bücherei Rückenwind

Der Umzug in die Räume der ehemaligen Volkbank-Filiale wertet Friedinger Einrichtung weiter auf. Sie soll nun auch zu einer Art Ortszentrum werden.

Für die Friedinger Zweigstelle der städtischen Bibliotheken mietet die Stadt Singen seit 1. Januar die in zentraler Lage freigewordenen Räumlichkeiten in der ehemaligen Volksbank-Filiale. Im Zuge dessen wird der bisherige Standort in einem alten Gebäude aufgegeben. Die Maßnahme war in der jüngsten Sitzung im Kulturausschuss beschlossen worden.

Der Raum, in dem die Bücherei bislang untergebracht war, eignete sich offenbar schon lange nicht mehr für diese Nutzung, da es darin kalt und feucht war. Wegen der klimatischen Bedingungen würden die Bücher Schaden nehmen, stellte Ute Seifried in der Sitzung fest. Abgesehen davon, sei die Aufenthaltsqualität völlig unbefriedigend, betonte die Bürgermeisterin. Doch in Friedingen wird offensichtlich gerne und viel gelesen. Trotz desolater Zustände hatten sich die Bürger in der Vergangenheit nicht davon abhalten lassen, regelmäßig Bücher auszuleihen. "Die Ausleihzahlen sind mit rund 2000 Medieneinheiten pro Jahr kontinuierlich auf stabilem Niveau", erklärte Ute Seifried. Mit knapp 90 Prozent seien die meisten Ausleihen im Kinder- und Jugendbuchbereich zu verzeichnen.

Durch den Umzug in die Beurener Straße erfährt die Bücherei eine deutliche Aufwertung. Für Bücher- und Lesefans in Friedingen brechen damit ganz neue Zeiten an: Die Räume sind wesentlich größer, heller und ansprechender gestaltet. Auf einer Fläche von 85 Quadratmetern gibt es nicht nur ausreichend Platz zur Präsentation des Buchbestands, sondern auch für die Einrichtung einer Spiele- und Bastelecke wie auch einer Ruhezone. Die Rahmenbedingungen am neuen Standort seien für die Nutzung als Zweigstelle der städtischen Bibliotheken ideal, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Die Räume seien mit Parkplätzen direkt vor dem Eingang ausgestattet und für Schüler und Kindergartenkinder zu Fuß erreichbar. Mit Kindergarten und Grundschule vor Ort sei eine enge Kooperation geplant.

Allerdings sind für Miete und Nebenkosten teurer als am vorherigen Standort, und mit erweiterten Öffnungszeiten steigen auch die Personalkosten. Die Kosten für die Bücherei sollen künftig bei insgesamt rund 18 900 Euro pro Jahr liegen. Der Standortwechsel verursacht demnach jährliche Mehrkosten von etwa 16 300 Euro.

Durch den Umzug ergeben sich indes aber auch ganz neue Perspektiven: Nicht nur Bücherei-Nutzer, sondern der gesamte Ortsteil soll profitieren. "Der neue Standort bietet alle Voraussetzungen für die Nutzung als zentraler Begegnungs- und Veranstaltungsort", ist Seifried überzeugt. Hier könne es Veranstaltungsreihen wie Erzählzeit oder Krimisommer sowie Vorträge oder Info-Veranstaltungen geben. Möglich seien auch Neubürgerempfang, Vereinssitzungen und Treffen der Frauengruppe sowie ein barrierefreies Wahllokal, eine Anlaufstelle für Menschen mit Unterstützungsbedarf wie auch für Seniorengruppen. Schließlich ist Freidingen derzeit noch der einzige Ortsteil ohne eigene Seniorengruppe.

Mehr Öffnungszeiten

Mit dem Umzug der Friedinger Bücherei in die Räume der ehemaligen Volksbank-Filiale, Beurener Straße 20, ist auch eine Erweiterung der Öffnungszeiten von bislang einmal auf drei Tage pro Woche verbunden. Künftig soll die Bücherei dienstags von 13 bis 18 Uhr sowie mittwochs und donnerstags jeweils von 13 bis 16 Uhr geöffnet sein. Des Weiteren ermöglicht der neue Standort die Anbindung an das Bibliothekssystem. Damit können Nutzer auch online – also völlig unabhängig von Öffnungszeiten – den Bücherbestand einsehen, Vormerkungen vornehmen und Ausleihfristen verlängern. (zöl)

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