Die gute Nachricht verkündet Gerd Springe: Der Martinimarkt 2017 ist gesichert. Wie der Vorstandsvorsitzende von Singen aktiv Standortmarketing bei der Mitgliederversammlung am Dienstag sagte, sei der Markt im vergangenen Jahr auf der Kippe gestanden. Grund dafür seien finanzielle Schwierigkeiten des City-Rings gewesen, die aus Problemen mit dem 2004 geschaffenen Geschenkscheck entstanden seien. Zwar stundete Singen aktiv dem City-Ring daraufhin den Rechnungsbetrag für die Ausrichtung von Singen Classics im Frühjahr 2016. Trotzdem fehlten dem City-Ring laut Gerd Springe die Mittel für seinen Mitgliedsbeitrag an Singen aktiv für die Ausrichtung des Martinimarktes im vergangenen Herbst. Die Folgen fasst Gerd Springe knapp zusammen: "Wir standen vor der Entscheidung, den Martinimarkt 2016 zu streichen oder große Anstrengungen für eine einmalige Sonderfinanzierung zu machen."

Es lief auf das Zweite hinaus. Durch Sponsorengelder und einen Eigenbetrag von Singen aktiv wurde das Finanzloch gestopft, das sich durch die fehlenden Mitgliedsbeiträge des City-Rings auf rund 17 500 Euro belief. Dieses Jahr habe sich die Lage entspannt, wenn auch noch nicht vollständig. Für 2017 rechnet Singen aktiv mit Mitgliedsbeiträgen in Höhe von 5000 Euro vom City-Ring. Damit sei der Martinimarkt zwar noch nicht finanziert, so Gerd Springe. Er werde mit vereinten Kräften aber auch dieses Jahr wieder stattfinden.

Erfreut zeigte sich der Vorstandsvorsitzende darüber, dass ECE sich bereits am Sponsoring für den Martinimarkt beteiligt habe. Eine frühzeitige Verzahnung der ECE Projektmanagement Gesellschaft mit dem City Ring und mit Singen aktiv sei ihnen sehr wichtig gewesen, so Gerd Springe. In den konkreten Kooperationsvereinbarungen, die mittlerweile ausgearbeitet sind, ist eine finanzielle Förderung durch jeweils einen Kooperationsbeitrag enthalten. Die Vereinbarung ist auf eine langfristige Zusammenarbeit angelegt. Für fünf Jahre habe sich ECE ursprünglich binden wollen, die Vorstellung von Singen aktiv lag bei 15 Jahren. Getroffen haben sich die beiden Parteien schließlich in der Mitte: Frühestens nach zehn Jahren kann der Kooperationsvertrag gekündigt werden. Er soll ein Jahr vor Eröffnung des ECE in Kraft treten. Doch schon davor soll die ECE Veranstaltungen in der Stadt finanziell unterstützen. Über Sponsoring-Verträge werden die Zuschüsse von ECE für die verkaufsoffenen Sonntag, Singen Classics und den Martinimarkt geregelt. Somit ergibt sich insgesamt eine finanzielle Verzahnung für 14 Jahre.

Trotz der Sonderinvestitionen für den Martinimarkt zieht Singen aktiv eine positive Bilanz für das vergangene Jahr, gerade so. Auf rund 600 Euro beläuft sich das Plus in der Kasse. Für Gerd Springe kein Problem: Immerhin sei der Verein somit trotzdem noch über Plan, sagt er schmunzelnd und nutzt die Gelegenheit, für ein markiges Fazit: Singen habe viele Stärken, sagt er: "Unser Anliegen ist es, diese für viele immer wieder überraschenden Stärken, sympathisch und begeisternd nach außen zu tragen.

Jugendlich, frisch, quirlig und verschmitzt frech. Denn Singen ist mehr, hat mehr und kann mehr."

Zahlen zur Singener Wirtschaft

  • 14 875 Euro. Auf diese Summe beliefen sich die Mitgliedbeiträge für Singen aktiv aus der Singener Industrie im vergangenen Jahr. Für dieses Jahr rechnet der Verein mit der gleichen Summe.
  • 25 524 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte zeigt die Statistik der Agentur für Arbeit aktuell in Singen. Davon arbeiten rund 9000 im produzierenden Bereich. Vor 15 Jahren gab es in Singen 21 823 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.
  • 17 Prozent stieg die Zahl der Beschäftigten damit in den vergangenen Jahren prozentual an. Das Land Baden-Württemberg verzeichnet im selben Zeitraum einen Anstieg von 16 Prozent, Deutschland als Ganzes 13 Prozent.
  • 8,5 Prozent der Menschen in Singen waren im Jahr 2009 arbeitslos. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote in Singen bei 5,3 Prozent.
  • 16 000 Menschen pendeln zum Arbeiten nach Singen, 8300 Menschen pendeln von Singen aus in andere Orte.
  • 300 Millionen Euro. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus dem Volumen der Singener Unternehmen für größere Investitionen aus den vergangenen beiden Jahren und den beschlossenen Volumina für die nächsten zwei Jahre. Die geplante Investition für das ECE, die im Moment 165 Millionen Euro beträgt, ist in diesen Betrag allerdings nicht hineingerechnet. (lmj)