Die zwei Skulpturen tragen den Titel "Archetypischer Kopf", beide sind aus dem Werkstoff Cortenstahl gefertigt. Und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Glatt und glänzend reflektiert die eine Skulptur das Licht, die matt samtige Oberfläche der anderen spricht den Tastsinn an und verführt den Betrachter zum Berühren. Das ist ganz im Sinne von Guido Häfner, dessen Arbeiten in einer Kooperation mit der Galerie Premium Modern Art im MAC-Museum zu sehen sind.

Der Künstler fertigt seine Skulpturen in der Größe von zirka 30 Zentimetern bis zu mehreren Metern aus geschliffenem und poliertem Edelstahl sowie aus dem wetterfesten Cortenstahl. Dabei reduziert er Körper und Gesichtsformen auf wesentliche Elemente – sie vermitteln Standhaftigkeit und scheinen dennoch in Bewegung zu sein. "Die Skulpturen sind kraftvoll wie der Werkstoff aus dem sie gemacht sind, aber gleichzeitig auch von einer zeitlosen Eleganz", sagte Galerist Ted Bauer bei der Vernissage.

"Reine Kopfsache" ist der Titel der Ausstellung. Das trifft die Intention des Bildhauers. Manche Figuren seien eindeutig, bei anderen könne der Betrachter die Skulptur auf sich wirken lassen und selbst entscheiden, was er sieht, erläuterte Häfner in einem Interview mit Daniel Lützow vom MAC-Team. Individuen würden ihn inspirieren. In seiner Arbeit gehe es ihm um Menschen, um Archetypen und Urformen des menschlichen Zusammenseins. Reizvoll für ihn seien die verschiedenen Charakterzüge. Jeder Mensch habe etwas Liebenswertes aber auch Böses, Verborgenes.

Häfner macht Kunst zum Anfassen. Die Skulpturen aus poliertem Cortenstahl weisen teilweise durch Korrosion eine bräunliche Oxidschicht auf, die etwas Haptisches hat. Er selbst machte es den Besuchern vor: "Da möchte man auch mal hinlangen." Auch die Skulpturen im Museumsgarten sind nicht nur zum Anschauen. Durch den "Archetypischen Kopf" kann man hindurchgehen, "Die Liegende" kann als Sitzbank dienen und die Edelstahlskulptur "Doppelgänger" darf bewegt werden.