Selten herrscht so große Einigkeit im Singener Gemeinderat wie zuletzt beim Thema Kiesabbau im Dellenhau. Einhellig stimmten die Mitglieder im Bauausschuss der gemeinsamen Stellungnahme von Singen, Gottmadingen und Rielasingen-Worblingen zum Raumordnungsverfahren für den Kiesabbau in Hilzingen zu.

Wie bereits in der SÜDKURIER-Ausgabe von Montag berichtet, werden mit Hilfe von zwei Gutachten in der Stellungnahme zahlreiche Argumente gegen das Vorhaben aufgelistet und Hinweise auf handwerkliche Fehler beim Genehmigungsverfahren erteilt. Für OB Bernd Häusler ist klar: "Die Prüfung von Alternativen ist unzureichend. Wir können nicht hinnehmen, dass ein Landschaftsschutzgebiet zerstört wird."

Sonja Martin vom Fachbereich Bauen fasste noch einmal die Kernpunkte der Stellungnahme zusammen, die nach dem Gemeinderatsbeschluss am 3. Mai dem Regierungspräsidium zur erneuten Abwägung vorgelegt werden soll.

"Aus dieser Geschichte müssen wir die Lehre ziehen, dass wir uns künftig bei der Fortschreibung des Regionalplanes noch besser über die Gebiete informieren", schlussfolgert Veronika Netzhammer (CDU) aus dieser Auseinandersetzung. "Wir haben im Friedinger Wald ein riesiges Kiesabbaugebiet mit einer hohen Mächtigkeit, sodass unser Bedarf über Jahrzehnte gedeckt ist. Egal wie die Kieslaster fahren, sie fahren immer durch Wohngebiete."

"Ich bin optimistisch, dass wir Solidarität im Kampf gegen das Vorhaben erzielen werden", sagt Walafried Schrott (SPD). "Wir haben eine hohe Sensibilisierung der Bevölkerung erreicht. Bestandsgarantien für Unternehmen widersprechen den Grundregeln unseres Wirtschaftens."

"Wir sind uns alle einig, dass der Kiesabbau im Dellenhau inakzeptabel ist. Wir müssen uns künftig besser informieren", sagt Eberhard Röhm (Grüne). "Nassabbau ist aber auch nicht das Allheilmittel".