Am Tag der Städtebauförderung bekamen Singener Bürger einen Einblick, wie ihre Stadt in fünf Jahren aussehen wird. In der Wetzstein-Villa hatten die Mitarbeiter der Abteilung Stadtplanung eine Ausstellung vorbereitet. Führungen durch die Sanierungsgebiete vervollständigten den informativen Tag.

Wer am Samstag die Gelegenheit nutzte, sich die aktuellen Sanierungsprojekte der Stadt auf Plänen anzuschauen, der konnte auch Fotos sehen, die zeigen, wie die 2009 verstorbene Emma Wetzstein in der Villa zu Lebzeiten eingerichtet war. Sie hatte der Stadt nicht nur die 1904 erbaute Jugendstilvilla, sondern auch Bargeld vermacht.

Am Tag der Städtebauförderung bekommen Singener Bürger Einblicke in die Zukunft der Stadt. OB Bernd Häusler (3. von links) erläutert in der Wetzstein Villa, welche Projekte anstehen. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Am Tag der Städtebauförderung bekommen Singener Bürger Einblicke in die Zukunft der Stadt. OB Bernd Häusler (3. von links) erläutert in der Wetzstein Villa, welche Projekte anstehen. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

"Wir sind so froh, dass wir die Villa nun haben und sie vor zwei, drei Jahren unter Denkmalschutz gestellt haben", sagte Oberbürgermeister Bernd Häusler. Dazu konnte die Stadt das grüne Haus in der Hegaustraße 29 kaufen. Auf dem gesamten Gelände entsteht derzeit der Neubau des ökumenischen Hospiz- und Palliativzentrums. Die Villa Wetzstein wird umfassend saniert. Insgesamt fließen eine Millionen Euro Fördergelder vom Bund in das Projekt. "Das war das Beste, was uns passieren konnte", freut sich Wolfgang Heintschel, Geschäftsführer von Horizont, der ökumenischen GmbH für das kreisweite Hospiz- und Palliativzentrum. Architekt Wolfgang Riede erläuterte das Konzept.

Doch nicht nur die Wetzstein-Villa stand im Fokus des Interesses. Die östliche Innenstadt und das Scheffelareal sind zwei der großen Singener Projekte. "Mit zwei Sanierungsprojekten, für die es Fördergelder gibt, können wir uns glücklich schätzen", sagt Stadtplaner Tilo Brügel. Unterstützung kommt von der Kommunalen StadtErneuerung GmbH (KSE) in Freiburg. "In der östlichen Innenstadt wollen wir das Quartier auch mit sozialen Begleitprogrammen wieder aufwerten", so OB Häusler.

Stadtplaner Tilo Brügel (Mitte) erläutert interessierten Besuchern die eigens für den Tag der Städtebauförderung zusammengestellte Ausstellung in der Wetzstein-Villa. Mit im Bild (links) Stadtrat Klaus Forster sowie Kurt Burkart (rechts). Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Stadtplaner Tilo Brügel (Mitte) erläutert interessierten Besuchern die eigens für den Tag der Städtebauförderung zusammengestellte Ausstellung in der Wetzstein-Villa. Mit im Bild (links) Stadtrat Klaus Forster sowie Kurt Burkart (rechts). Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Der Tag der Städtebauförderung soll die Bürger dazu motivieren, sich an Diskussionen zu Fragen des Städtebaus und deren Förderung zu beteiligen. In der Vergangenheit hat Singen hier mit Bürgerwerkstätten schon viel getan, wie beispielsweise beim Herz-Jesu-Platz. Für ein weiteres Projekt, das Scheffelareal, werde die Stadt noch einen langen Atem brauchen, so Tilo Brügel. Auf dem Gelände beim Conti-Hochhaus soll ein ganz neues Quartier entstehen. Die Pläne des Siegerentwurfs konnten die Besucher anschauen. "Wir haben hier die Schwierigkeit, dass der Stadt noch nicht alle Grundstücke gehören. Aber die Verhandlungen laufen", so Brügel. Das Conti-Hochhaus wird in jedem Fall dieses Jahr noch abgerissen. Das werde eine nicht ganz alltägliche Baustelle, denn die Außenwand besteht aus Asbestfaserplatten, die aufwändig entsorgt werden müssen.

  • Abgeschlossene Sanierungsgebiete: Julius-Bührer-Straße, Altes Singener Dorf, Langenrain (Soziale Stadt) und Lindenhain.
  • Laufende Förderung: Östliche Innenstadt (seit 2009, "Soziale Stadt"), Scheffelareal (seit 2014, "Stadtumbau West"), Kunsthallenareal.
  • Der Tag der Städtebauförderung fand zum 3. Mal statt. Seit 40 Jahren gibt es die Förderung in Deutschland von Bund, Ländern und Kommunen.

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