Wie viele Klappständer, Tafeln, Schilder, Fahnen und Ähnliches mit Reklame verträgt Singens Innenstadt? Was sollte grundsätzlich verboten werden, um die City nicht zum kunterbunten Werbe-Dschungel verkommen zu lassen? Und wie viel Werbung braucht Singens Handel gerade in Nebenstraßen, um auf sich aufmerksam zu machen? Um diese Fragen dreht sich eine Diskussion, die seit Monaten anhält und vor allem bei Händlern und Gastronomen für Unmut sorgte. Hintergrund ist die geänderte und verschärfte Sondernutzungssatzung der Stadt Singen. Denn für jeden Bewirtungsstuhl, jeden Sonnenschirm und jede Werbe-Klapptafel benötigen die Unternehmen eine Erlaubnis und müssen dafür bezahlen, dass sie öffentliche Flächen nutzen.

Im Rathaus war nun von der Verwaltung ein "Evaluationsgespräch" anberaumt worden, zu dem Betroffene und Gemeinderatsmitglieder eingeladen waren. Der halbe Rat war erschienen und zudem rund 20 Unternehmer von großen und kleinen Betrieben. Knapp zwei Stunden wurden Meinungen ausgetauscht. OB Bernd Häusler räumte ein, dass die Stadt "beim ein oder anderen Punkt übers Ziel hinausgeschossen" sei. Das wolle man nun ändern.

Manuel Waizenegger von Mode Zinser begrüßte die neue Satzung ausdrücklich. „Die Stadt ist so aufgeräumt, sortiert und sauber wie seit vielen Jahren nicht. Die neue Satzung brachte für die Stadt viel Qualität, das ist jetzt pikobello“. Hans Wöhrle vom Handelsverband betonte, dass die frühere Satzung eine zu lasche Regelung geboten habe. Die City habe zeitweise den „Eindruck eines orientalischen Basars“ gemacht. Doch die neue Satzung sei zu restriktiv angewandt worden. Er sprach sich für eine flexiblere Anwendung beispielsweise für Werbefahnen aus. SPD-Rat Hans-Peter Storz appellierte an alle, besser miteinander zu kommunizieren. Er regte an, die Fußgängerzone schärfer zu regeln als die Nebenstraßen. OB Bernd Häusler erklärte, dass Flexibilität bei den Sondernutzungen schlecht möglich sei. „Wir brauchen eine klare Linie, was erlaubt ist und was nicht.“