Von diesem Mittel verspricht sich Takeda einen starken Absatz, es wird derzeit noch in medizinischen Untersuchungen getestet und hat noch keine Marktzulassung.

Mit der Großinvestition stärkt Takeda seine Produktionsstätte in Singen massiv. Sie gilt im globalen Netzwerk des Pharma-Riesen als Spezialist für halbfeste und flüssige Arzneimittel. Derzeit sind rund 870 Mitarbeiter im Hegauer Werk beschäftigt. Mit der neuen Anlage sollen auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Auf genaue Zahlen wollte sich die Takeda-Führung nicht festlegen, es sollen dem Vernehmen nach aber bis zu 200 Arbeitsplätze sein, die nach Singen kommen, war am Rande des Spatenstichs zu erfahren. Deutschlandweit beschäftigt der japanische Konzern 1900 Mitarbeiter, weltweit sind es mehr als 31 000.

Thomas Wozniewski als Takeda-Verantwortlicher für weltweit alle Produktionsstandorte des Konzerns erklärte, dass die neue Anlage ab 2019 betriebsbereit sein solle und ab 2021 dann voraussichtlich die ersten Impfstoffe ausliefern könnte. In Singen soll für den Weltmarkt produziert werden. Das Dengue-Fieber ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO die sich am schnellsten ausbreitende, durch Mücken übertragene Virusinfektion weltweit und tritt in mehr als 100 Ländern auf. Mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung sind von diesem Fieber bedroht. Tendenz: zunehmend. Derzeit gebe es zwar einen Impfstoff eines Mitbewerbers, doch dieser sei nicht für Kinder unter neun Jahren geeignet und wirke nicht ideal, erklärte Thomas Wozniewski gegenüber unserer Redaktion.

Arzneimittel werden in Singen seit 1979 produziert. Was als Byk-Gulden begann, bekam in den vergangenen Jahren immer neue Namen und Besitzer. Aus Byk-Gulden wurde Altana, dann Nycomed und schließlich 2011 Takeda. Während die einst starke Forschungsabteilung von Nycomed in Konstanz komplett geschlossen wurde und Hunderte Mitarbeiter ihren Job verloren, blieb das Produktionswerk in Singen von Veränderungen weitgehend verschont und wird nun deutlich ausgeweitet. Vor zwei Jahren hatte Takeda 20 Millionen Euro in einen Produktionstrakt gesteckt. Singens OB Bernd Häusler lobte die neuerliche Investition in den Standort Singen ausdrücklich.