Die Wählervereinigung SÖS macht ihren Namen zum Programm. SÖS steht für "Singen – ökologisch und sozial". Der gewählte Name soll Auftrag und gleichzeitig Verpflichtung sein. Auf einer Nominierungsversammlung wurde eine Liste mit 15 Kandidaten aufgestellt, mit der man zur Gemeinderatswahl in Singen am 26. Mai antreten möchte. Einer politischen Partei möchte sich SÖS nicht unterordnen, der Großteil der nominierten Kandidaten ist parteilos. Aus politischer Sicht könnte man die Wählervereinigung SÖS am ehesten zwischen den Linken und den Grünen positionieren.

In erster Linie geht es den SÖS-Anhängern um die Stadt Singen und die Menschen, die dort leben. Das Ziel der Initiative ist es, in den Singener Gemeinderat einzuziehen, um dort die Entwicklung der Stadt beeinflussen zu können. Dabei stehen die sozialen und ökologischen Belange der Singener Bürger im Vordergrund. Außerdem ist SÖS eine Reaktion auf die Wahlerfolge der Alternative für Deutschland (AfD) bei der letzten Landtagswahl. „In Singen soll sich etwas verändern“, forderte Peter Mannherz, der Initiator von SÖS.

Für soziale Wohnbauprojekte der Stadt

Der schon immer kommunalpolitisch interessierte Mannherz stellte während der Nominierungsversammlung die Grundrisse des Wahlprogrammes vor. Beschäftigen möchte man sich mit dem wichtigen Thema sozialer Wohnungsbau. Die Stadt Singen müsse sich für Menschen mit Wohnberechtigungsscheinen und für Obdachlose stärker einsetzen. Mangel an günstigem Wohnraum trage dazu bei, dass in Singen viele Kinder in Armut aufwachsen würden.

SÖS sieht sich im Falle eines Wahlerfolges verpflichtet, sich für die Benachteiligten einzusetzen. Mannherz kritisierte in diesem Zusammenhang die Allparteienkoalition im Singener Rathaus. Einem Haushaltsplan ohne Mittel für eigene soziale Wohnbauprojekte der Stadt Singen mit Fördermitteln des Landes würden SÖS-Gemeinderäte nicht zustimmen, versprach Mannherz.

Ein weiteres Thema sind die Benutzungsgebühren für Kindertageseinrichtungen in Singen. Das Ziel hier ist eine komplette Abschaffung der Gebühren. Als ersten Schritt denkt Mannherz an eine sozial verträgliche Staffelung und eine einkommensabhängige Staffelung der Gebühren.

Fahrradwege statt neuer Parkhäuser

Große Sorge bereitet der SÖS-Initiative die aktuelle Stadtentwicklung in Singen. Nach wie vor sieht man Probleme auf die Innenstadt zukommen, sobald das Einkaufszentrum Cano eröffnet ist. Manche Anhänger von SÖS kennen sich noch von der Bürgerinitiative „Für Singen“, die sich gegen den Bau des Cano eingesetzt hatte. Der Kampf wurde verloren, das Cano wird gebaut, die Sorgen und die Kritik der Gegner daran sind geblieben.

SÖS fordert eine Verkehrsentlastung in der Innenstadt. Anstatt neuer Parkhäuser müsse man mehr Fahrradwege bauen. Der öffentliche Personennahverkehr müsse kostenlos sein, fordert Mannherz. Übergangsweise wünscht er sich eine Reduzierung der Fahrpreise.

Eine Idee zur Finanzierung dieser kostenintensiven Pläne hat Mannherz, der von Beruf Steuerberater ist, auch schon. Die Gewerbesteuersätze könne man anheben. Mit den daraus erzielten Mehreinnahmen könnten dann die sozialen und ökologischen Projekte der SÖS finanziert werden.