Sie hätte niemals gedacht, dass der Mann, der ihr vor zwei Jahren im Gerichtssaal begegnet ist, ein derartiges Verbrechen verüben würde: SÜDKURIER-Mitarbeiterin Sandra Bossenmaier. | Bild: SK

Frau Bossenmaier, wie hat sich der damalige Angeklagte im Gerichtssaal verhalten?

Ich kann mich kaum an ihn erinnern, einen großen bleibenden Eindruck hat er bei mir nicht hinterlassen. Seine Deutschkenntnisse waren sehr dürftig, vielleicht redete er auch deshalb nicht sehr viel während der Verhandlung.

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Die Verhandlung und die Ermahnungen des Richters ließ er über sich ergehen, er wirkte fast desinteressiert. Ich glaube, er hatte weder Reue noch Einsicht gezeigt. Zugegeben hat er nur das, was ihm eindeutig nachgewiesen werden konnte.

Wie würden Sie den Tatverdächtigen beschreiben? Wirkte der Mann schon damals gefährlich?

Das kann man so nicht sagen, aber einen zimperlichen Eindruck hat er auf mich nicht gemacht. Ob er in Deutschland unterwegs war, um Einbrüche zu begehen oder ob er auf seiner Reise durch Deutschland eingebrochen hat, weil er Geld zum Reisen brauchte, wurde für mich nicht klar.

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Aber, dass er ein solches schweres Verbrechen verüben könnte, wie auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg, hätte ich damals nie gedacht.

Welche Schilderung ist bei Ihnen im Laufe des Prozesses besonders haften geblieben?

Fast zum Schmunzeln brachte mich die Schilderung eines Polizisten, der nach dem Apotheken-Raub in Engen im Einsatz war und dem flüchtenden Täter folgte. Dieser war in einem Waldstück auf einen Baum geklettert. Herunter wurde er von der Polizei geholt.

Welchen Gesamteindruck hatten Sie von der Verhandlung, und wie würden Sie den Prozess insgesamt einordnen?

Ja, eigentlich schon. Ich habe schon etliche Verhandlungen und Angeklagte auf dem Amtsgericht erlebt, bei denen es wesentlich mehr zur Sache ging. An die erinnert man sich eindrücklicher als an den Prozess über den schweren Diebstahl in Engen, wenn der nun tragisch im Nachhinein durch die Umstände für Schlagzeilen sorgt. Ich persönlich fand die damalige Entscheidung des Richters absolut richtig, den Angeklagten zu einer Haftstrafe ohne Bewährung zu verurteilen.

 Alle Infos zum Angriff in Straßburg finden Sie hier.  

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