Höchste Transparenz hat nicht nur Oberbürgermeister Bernd Häusler seinen Bürgern versprochen; auch Marcus Janko von der Hamburger ECE-Entwicklungsgesellschaft sieht sich gegenüber den Singenern in der Pflicht. "Wir wollen über jeden einzelnen Schritt informieren und immer wieder Baustellenführungen anbieten", verspricht er. Zehn Jahre beschäftigt sich Janko nun schon mit der Entwicklung eines Einkaufszentrums in Singen. Zunächst auf dem Kunsthallenareal; nachdem sich die "Mall" dort zerschlagen hatte auf dem Gelände gegenüber dem Bahnhof.

Zehn Jahre Vorlaufzeit

Zehn Jahre ist auch Georg Majstrak von der Singener Stadtplanung damit beschäftigt, die Bedingungen für ein großes Einkaufszentrum auszuloten. Auf 16.000 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen rund 85 Händler im Cano ihre Zukunft finden. Doch die will vorbereitet sein.

Jetzt kommt der Bauzaun

Nachdem das gesamte Gelände des Einkaufs- und Dienstleistungszentrums (EDZ) in dieser Woche eingezäunt wird, werden ab dem 16. Juli die Gebäude entkernt. Hier kommt Sven Christoph Jung von der Firma Ecosoil Süd ins Spiel. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Abbrucharbeiten, Spezialtiefbau und Erdbauarbeiten.

Seine Leute werden mit in den nächsten Tagen mit Großgeräten, wie dem 100-Tonnen-Longfront-Abbruchbagger oder dem Teleskopmäkler anrücken. "Wir versprechen, die Erschütterung so gering wie möglich zu halten", sagt Jung. Mit einem Sprühnebel soll der Staub gebunden werden. Ganz ohne Lärm, Staub und Verkehrsbehinderungen wird der Bau nicht vonstattengehen. Auch Parkplätze in der Hegaustraße fallen weg, weil dort Container zwischen den Bäumen aufgestellt werden.

Absicherung für Nachbarn

ECE ist beim Bau um Rücksichtnahme bemüht. Das jedenfalls vermitteln Mark Apelt und Christian Gößling, die in den kommenden zweieinhalb Jahren als Ansprechpartner zur Verfügung stehen werden. Zur Beweissicherung bietet ECE den Nachbarn in diesen Tagen Statusaufnahmen ihrer Gebäude an, um mögliche negative Folgen der Baustelle ausgleichen zu können. Fünf bis zehn Lastwagen werden die Baustelle pro Stunde während der Abbrucharbeiten verlassen, erklärt Apelt.

Neuer Busbahnhof

Oberbürgermeister Bernd Häusler zeigte sich am Montag sichtlich erfreut über den Baubeginn. Die Stadt hatte ein Schlüsselgrundstück an ECE verkauft und investiert den Erlös nun in die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit Busbahnhof für elf Buslinien. Weil das Einkaufszentrum und der Busbahnhof sowie die umgestaltete Hegaustraße gleichzeitig fertig werden sollen, wird die Verkehrsführung in der Bauzeit zur Herausforderung. Der Leiter des Straßenbauamtes Uwe Kopf erklärt: "So eine große Baustelle wird es in Singen in absehbarer Zeit nicht mehr geben." Entsprechend spannend wird die Umsetzung. Im Oktober beginnt der Bau des Busbahnhofs. Ab Herbst werde die Bahnhofstraße zwischen Alpen- und Erzbergerstraße nur als Einbahnstraße von Osten nach Westen befahrbar sein.