Es wird eng, in jeglicher Hinsicht: Die Zahl der Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr steigt weiter, die Anforderungen an die Feuerwehrleute wachsen und der Platz in der Zentrale stößt an seine Grenzen. Unbestritten ist, dass die Einrichtung eine neue Heimat braucht.

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  • Der Standort: Doch jetzt plötzlich bekommt die Diskussion um das neue Feuerwehrgerätehaus eine neue Wendung. Bislang schien die Marschroute klar: Der Singener Ortsverein des Roten Kreuzes verlagert seinen Standort von der Haupt- an die Schaffhauser Straße, ideal gelegen bei Rettungswache und Krankenhaus, und die Feuerwehr kann die frei werdenden Flächen zur Erweiterung am günstig platzierten Standort nutzen. Doch: "Jetzt hat die Machbarkeitsanalyse ergeben, dass der Platz an diesem Standort nicht ausreicht", gab Stefan Schüttler als Abteilungskommandant der Kernwehr bei der Jahreshauptversammlung vor und 100 Feuerwehrangehörigen bekannt. Mindestens ein Hektar Grundfläche würde benötigt, um Fahrzeuge und Einsatzmaterial ordnungsgemäß unterzubringen. So viel Platz gebe es am Standort Hauptstraße auch nach dem Auszug des DRK nicht. Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler versprach seiner Feuerwehr, dass die Stadt die Suche nach einem Alternativstandort unterstützen werde. Aber: "Das wird nicht einfach." 10 000 Quadratmeter freie Fläche an einem verkehrstechnisch günstig gelegenen Fleck in der Stadt zu finden, das dürfte sich schwierig gestalten. Es seien zwar schon Möglichkeiten angedacht, durchdacht bislang aber nicht. "Plötzlich sind wir von einem neuen Gerätehaus wieder weiter entfernt, als je zuvor", bilanzierte der Abteilungskommandant.
  • Die Aussicht: Zunächst gehe es deshalb um Notlösungen. Geplant sei zunächst, die Raumsituation im Bereich der Spinde zu verbessern und den Parkplatz um bis zu zehn Plätze zu erweitern, denn wenn die Feuerwehr zu einem Einsatz eilt, muss es schnell gehen. Stau auf dem Weg zum Einsatzfahrzeug – egal ob beim Parken oder Umkleiden – sei da nicht hilfreich.
  • Die Statistik: Insgesamt 465 Mal musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr ausrücken, 443 Einsätze davon waren in der Stadt, im Zuge der Zualarmierung kamen in 101 Fällen die Kameraden aus den Stadtteilen zu Hilfe. "50 Menschenleben konnten wir retten", so Feuerwehr-Vize Stefan Tröndle bei der Vorstellung der Statistik. Exakt 97 aktive Mitglieder zähle die Kernwehr aktuell, dazu kämen noch ein paar Gastfeuerwehrleute, die in Singen arbeiten oder einen Zweitwohnsitz haben und meist tagsüber unterstützend eingreifen können. Einen immer größeren Anteil an den Aufgaben der Feuerwehr nehme dabei mit über 40 Prozent die Verkehrsrettung ein. Auch die Zahl der Fehlalarme nehme zu. Das aber sei statistisch erklärbar: Erstens leben immer mehr Menschen in der Stadt und zweitens nehme die Verbreitung der Rauchmelder zu. Mehr Rauchmelder würden logischerweise auch häufiger Alarm auslösen. Dies zu kritisieren, sei aber verkehrt, da Rauchmelder Leib und Leben schützen. Auch dies zeige der Blick in die Statistik: Die Zahl der Todesfälle durch Feuer sei konstant rückläufig. Dafür in Kauf zu nehmen, häufiger auszurücken, sei das allemal wert.
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  • Die Kasse: Neben Rettungseinsätzen war die Singener Feuerwehr im vergangenen Jahr auch im Rahmen des Kulturschwerpunkts Singen im Takt aktiv. Nicht nur das zweite Singener Tattoo wurde organisiert und durchgeführt, auch die Bewirtung beim Programmpunkt Zirkuswelten wurde durch die Feuerwehr abgewickelt. Dies hat sich, wie der Kassenbericht offenbarte, auch in den Rücklagen der Wehr niedergeschlagen. Um 14 000 Euro ist der Kassenbestand auf knapp 40 000 Euro angewachsen. Das Geld soll all den Helfern zugutekommen. "Wir planen einen Gemeinschaftsausflug in den Europapark", kündigte Abteilungskommandant Schüttler an.
  • Die Digitalisierung: Auch im Kreis Konstanz soll die Alarmierung auf digitale Technik umgestellt werden.
Abteilungskommandant Stephan Schüttler und sein Stellvertreter Stefan Tröndle applaudieren dem scheidenden Feuerwehrkollegen Werner Reichelt, der in die Seniorenabteilung verabschiedet wurde. Bild: Matthias Biehler
Abteilungskommandant Stephan Schüttler und sein Stellvertreter Stefan Tröndle applaudieren dem scheidenden Feuerwehrkollegen Werner Reichelt, der in die Seniorenabteilung verabschiedet wurde. | Bild: Biehler, Matthias

Die Personal-Nachrichten

  1. 17 Kameraden konnten befördert werden: Weiterbildung wird bei der Singener Feuerwehr groß geschrieben. Zahllreiche Beförderungen zeigen dies. Maximilian Waibel und Wolfgang Weuler wurden zu neuen Feuerwehrmännern ernannt, Dennis Baur, Fabio Cucco, Fatima Da Cruz Monteiro, Annemarie Erdmann, Renate gollrad, Alexander Knoblauch und Gabriel Siegel-Baruta zu Oberfeuerwehrleuten, Mario Bertsche, Benjamin Braun, Lena Kloner, Carina Kühne, Sascha Sdebel und Dennis Torre zum Hauptfeuerwehrleuten,Tobias Halmer zum Löschmeister, Andreas Schubert zum Hauptlöschmeister.
  2. Führungswechsel im zweiten Zug stand an: Michael Bartuschek hat Abschied von der Führung des zweiten Zugs der Singener Kernwehr genommen: Sein Stellvertreter Thomas Jäckle übernimmt die Verantwortung. Neuer Stellvertreter wird Markus Weber, wie in der Mitgliederversammlung bekannt gegeben wurde. Der Singener Wehr bleibt er als aktiver erhalten.
  3. Verabschiedung eines verdienten Kollegen: In die Altersabteilung wechselt Hauptbrandmeister Werner Reichelt. Seit 1976 hat er sich in der Singener Feuerwehr engagiert und war über viele Jahre als Zugführer des vierten Zugs in besonderer Verantwortung. 2016 wurde er zum Hauptbrandmeister befördert und für sein 40-jähriges Wirken vom Land Baden-Württemberg geehrt. In bleibender Erinnerung dürfte sein Einsatz für das Feuerwehr-Rentenmodell bleiben. "Dank dir haben wir die Reichelt-Rente", gratulierte Abteilungskommandant Stefan Schüttler. Während seiner 15 Jahre Mitarbeit im Feuerwehrausschuss der Stadt hat sich Reichelt intensiv für die Rentenzahlungen eingesetzt. (bie)