Es gibt wohl kaum ein passenderes christliches Fest als Pfingsten, um einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern, wo es doch um die Erleuchtung der Jünger und die Verbreitung der Frohbotschaft in die Welt geht. Die ökumenische Bewegung, die die nach wie vor bestehenden Glaubensgräben zwischen Katholiken und Protestanten überwinden will und dafür das große Gemeinsame betont, soll Brücken zwischen den Gläubigen bauen. Der geistige Brückenbau war im Feiluft-Gottesdienstes am Pfingstmontag vor der Liebfrauenkirche in Singen zu spüren.

Der ökumenische Gottesdienst am Pfingstmontag fand bei strahlend blauem Himmel vor der Liebfrauenkirche in Singen statt. Thema war der zwischenmenschliche Brückenbau über alle Gegensätze hinweg.
Der ökumenische Gottesdienst am Pfingstmontag fand bei strahlend blauem Himmel vor der Liebfrauenkirche in Singen statt. Thema war der zwischenmenschliche Brückenbau über alle Gegensätze hinweg.

Viele Helfer hatten dazu beigetragen, dass die Gläubigen beider Konfessionen Pfingsten bei strahlend blauem Himmel und freundlichem Vogelgezwitscher gemeinsam feiern konnten. Die Gemeindereferentin der katholischen Pfarrgemeinde Liebfrauen, Susanne Ploberger, und Pfarrerin Andrea Fink von der evangelischen Luther-Gemeinde Singen zelebrierten gemeinsam den Gottesdienst, der von Jürgen Gruber an der Gitarre und Peter Hug an der Klarinette mitgestaltet wurde. Pfarrerin Andrea Fink wies darauf hin, dass vor 50 Jahren, also im Jahr 1968, der erste ökumenische Gottesdienst in Singen gefeiert worden sei. Aus Verbundenheit zündeten Vertreter der Bonhoeffer- und der Liebfrauen-Gemeinde ihre Osterkerzen gemeinsam an.

Der ökumenische Gottesdienst am Pfingstmontag fand bei strahlend blauem Himmel vor der Liebfrauenkirche in Singen statt. Thema war der zwischenmenschliche Brückenbau über alle Gegensätze hinweg.

Einige der Gläubigen wissen genau, was sie unter Brückenbau verstehen, nämlich nicht zu belehren, sondern zuzuhören, den anderen ernst zu nehmen und ihm auf Augenhöhe zu begegnen. Dies gelte auch für die Begegnung mit Menschen anderer Herkunft, anderer christlicher Konfessionen und anderen Glaubens. Die ehrenamtlich Tätigen werden als Brückenbauer gesehen, zum Beispiel in der Flüchtlingsarbeit und der Betreuung schwerkranker und alter Menschen. Susanne Ploberger erläuterte, wie leicht eine unbedachte Äußerung Streit entfachen könne und forderte die Gläubigen auf, über ihren Schatten zu springen und eine Brücke der Versöhnung zu bauen.