Die nächste Premiere des Singener Theaters „Die Färbe“ findet am Mittwoch, 14. November, in der Basilika statt. Auf dem Spielplan steht Friedrich Schillers „Die Jungfrau von Orleans“. Regie führt Färbeprinzipal Peter Simon, die Titelrolle übernimmt die Schauspielerin Milena Weber. Die Inszenierung der romantischen Tragödie versucht, ein Psychogramm der französischen Nationalheiligen herauszuarbeiten und orientiert sich dabei weniger am Historiendrama (präzise geschichtliche Fakten haben schon Schiller weniger interessiert) als an der Frage, was Schiller am Menschen und Mythos „Jeanne d’Arc“ fasziniert haben mag. Heilige und Mystikerin? Naives Bauernmädchen? Seherin? Psychopathin? Eine fanatische Gotteskriegerin, die am Frausein scheitert?

Der historische Hintergrund

Die Handlung spielt um 1430 im Hundertjährigen Krieg. Schillers Titelfigur ist Jeanne d’Arc, die auch als die Jungfrau von Orleans bekannt ist. In dem französischen Dorf Dom Remy lebt die zutiefst gläubige 17jährige Johanna mit ihrer Familie. Während der Krieg auch auf diese Region ausstrahlt, versucht Vater Thibaut seine Töchter zu verheiraten. Nur Johanna will nicht. Sie hört himmlische Stimmen und fühlt sich zu Höherem berufen. Sie zieht in den Krieg und führt das französische Heer von Sieg zu Sieg. Was niemand geglaubt hatte, wird durch sie wahr. So führt sie auch König Karl VII. nach Reims, der dort als König Frankreichs gekrönt wird. Doch ausgerechnet für einen feindlichen Engländer entwickelt sie Gefühle. Zwischen dieser weltlichen, körperlichen und allzu menschlichen Liebe und ihrer Liebe zu Gott gerät sie in einen harten inneren Kampf. Ihr ausgeprägter Eigensinn, ihre Unerschrockenheit und ihre fundamental religiöse Haltung indessen haben aus dem Bauernmädchen eine Gotteskriegerin gemacht, die schicksalhaft ihren Weg bis zum Ende geht. Wegen Verstößen gegen die Gesetze der Kirche wurde Jeanne d‘Arc 1431 in einem politischen Prozeß der Ketzerei überführt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 1456 wurde das Urteil aufgehoben und Jeanne d’Arc zur Märtyrerin erklärt. 1920 wurde sie von der Kirche heiliggesprochen.

In den weiteren Rollen spielen die Färbe-Schauspieler Alexander Klages und Elmar F. Kühling, sowie die neuen Ensemblemitglieder Linda Klein und Reyniel Ostermann.

Vorstellungen im November und Dezember am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag um 20.30 Uhr, am 15. November ist keine Aufführung; Abendkasse und der Ausschank mit kleinen Speisen ab 19.30 Uhr; Kartenreservierungen telefonisch von 10 bis 14 Uhr (077 31 / 64646) oder über http://diefaerbe@t-online.de