Reichlich versteckt zwischen Waldfriedhof und der Bahnlinie Richtung Schweiz befindet sich das Gelände der ehemaligen Singener Stadtgärtnerei. Seit 2011 hat dort das Projekt Tafelgarten der AWO in Zusammenarbeit mit dem Job Center Kreis Konstanz seine Heimat. 30 Langzeitarbeitlose arbeiten hier in den Gärten, dem Gewächshaus und den dazugehörenden Holz- und Kreativwerkstätten. Nun boten sie im Rahmen eines Sommerfestes Einblicke in ihre Arbeit. Mit viel Begeisterung wurden die unterschiedlichen Arbeitsbereiche vorgestellt. Und auch für das leibliche Wohl der Gäste hatten die Mitarbeiter bestens gesorgt.

Bürgermeisterin Ute Seifried (rechts im Bild) mit dem Tafelgarten-Team, welches das Sommerfest organisiert hat.
Bürgermeisterin Ute Seifried (rechts im Bild) mit dem Tafelgarten-Team, welches das Sommerfest organisiert hat. | Bild: Sandra Baindl

Insgesamt fünf Modelle für den Umbau

Gleichzeitig wurden fünf Modelle für den möglichen Umbau des Gewächshauses präsentiert. Diese entstanden in Zusammenarbeit mit der Fakultät Architektur der HTWG Konstanz unter der Leitung der Professoren Stefan Krötsch und Thomas Stark. 24 Architekturstudenten entwickelten Konzepte unter dem Motto „Haus im Haus“. Denn das jetzige Gewächshaus soll bestehen bleiben und die äußere Hülle für die komplett aus Holz neu gestalteten Innenbereiche bilden. Bei allen Konzepten spielt das Thema Energiesparen eine besondere Rolle. Nur noch 10 Prozent der bisherigen Energiekosten sollen zukünftig anfallen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Spende von 68 Solarzellen, die der Tafelgarten vom International Solar Energy Research Center in Konstanz erhalten hat.

Zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert: fünf Modelle zum Umbau des Gewächshauses, die von Studenten der HTWG Konstanz entworfen wurden.
Zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert: fünf Modelle zum Umbau des Gewächshauses, die von Studenten der HTWG Konstanz entworfen wurden.

Investitionsvolumen von 400 000 bis 500 000 Euro

Sollte das Projekt umgesetzt werden, rechnet Bettina Popanda, Fachbereichsleiterin Hilfe zur Arbeit der AWO und Leiterin des Tafelgartens, mit einem Investitionsvolumen von 400 000 bis 500 000 Euro. Drei Dinge sind für Popanda dabei wichtig zu betonen: Der Umbau könne schrittweise erfolgen, so dass die Gesamtsumme nicht sofort in voller Höhe zur Verfügung stehen müsste. Zweitens: Die neuen Räumlichkeiten könnten auch Platz für andere soziale Projekte der Stadt bieten. Und: Die Tafelgarten-Mitarbeiter könnten aufgrund ihrer Erfahrungen in der Holzwerkstatt am Projekt aktiv mitarbeiten. Ein Aspekt, der auch Singens Bürgermeisterin Ute Seifried wichtig wäre. Sie fände es klasse, wenn das Projekt zusammen mit den Mitarbeitern des Tafelgartens umgesetzt werden könnte. Denn durch ihre Mitwirkung hätte das neu gestaltete Gewächshaus für die Mitarbeiter eine viel größere Bedeutung.

Spannend wird es für das Tafelgarten-Team am 25. Juli. Dann werden die fünf Umbau-Entwürfe Singens OB Bernd Häusler und dem Gemeinderat präsentiert. Bei ihnen liegt dann die Entscheidung über die Zukunft des Tafelgartens.

Singens Bürgermeisterin Ute Seifried (links) im Gespräch mit Bettina Popanda, Leiterin des Tafelgartens, über die möglichen Umbaumodelle des Gewächshauses.
Singens Bürgermeisterin Ute Seifried (links) im Gespräch mit Bettina Popanda, Leiterin des Tafelgartens, über die möglichen Umbaumodelle des Gewächshauses. | Bild: Sandra Baindl