„Zeitlos“ ist der Titel der aktuellen Ausstellung der Singener Maler, zeitlos bedeutet auch „nicht zeitgebunden“ oder „dauerhaft“. 70 Jahre ist es her, dass sich Künstler in einer losen Gruppe zusammenfanden und mit einer Ausstellung auf sich aufmerksam machten. Damit war der Grundstein für ein langes, beständiges Schaffen gelegt. Bis heute bereichern die Singener Maler die Kunstlandschaft der Stadt.

Für A. Petra Ehinger als künstlerische Leiterin haben die Singener Maler eine gesellschaftliche Aufgabe übernommen: „Wir sehen uns als Basisarbeiter, die Kreativität aus der Bevölkerung in die Bevölkerung zurückbringen.“ Die jährlichen Ausstellungen haben eine lange Tradition und ein treues Publikum. Zum Auftakt im Jubiläumsjahr brachten die Singener Maler mit Eröffnung der ersten Stadtgartengalerie ihre Kunst auch in den öffentlichen Raum. Als Merkmal der unabhängigen Gruppe hebt Ehinger hervor, dass jeder seinen eigenen Weg gegangen ist und seinen eigenen Stil beibehalten hat.

Vor 26 Jahren stand die Gruppe vor ihrem Ende

In den vergangenen 70 Jahren verlief die Geschichte der Künstlergruppe sehr wechselhaft, um das Jahr 1993 stand fast eine Auflösung bevor. Dass es nicht dazu kam, ist Monika Murzin zu verdanken, die 1980 in die Gruppe kam. „Sie hat die Singener Maler herübergerettet in eine neue Ära“, denkt Ehinger zurück an die Zeit vor 26 Jahren. Damals stieß sie dazu und nahm den Platz von Bodo Woll ein, der die Ausstellungen organisierte. Ehinger baute auf die bestehende Gruppe auf und gab neue Impulse. Neue Gesichter kamen dazu, unter ihnen auch Joachim Böhm, der sich im Lauf der Jahre als Spezialist für den Ablauf der Vernissagen hervorgetan hat.

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Singener Maler ein neues Konzept erarbeitet. Sie stellten sich ein Thema und luden zu den jährlichen Ausstellungen Gastkünstler ein. Seit zwei Jahren haben sie in der Museumsnacht zusätzlich zu ihrer Jahresausstellung im ganzen Rathaus die Foyers mit Bildern bestückt. Mit Malerei, Zeichnung und Skulpturen präsentiert die Gruppe eine Vielfalt im künstlerischen Schaffen der Region.

Gedanken über das Wirken in der Zukunft

Das soll auch in Zukunft so weitergehen. „Um aktuell zu sein, ist die Gruppe gezwungen, sich mit jeder Aufgabe neu aufzustellen. Da stellen sich die Fragen: Sind wir gerüstet, wie geht es weiter?“, schildert Joachim Böhm die Situation. Ein Hinweis auf den Gedanken an die Zukunft sei der Titel „Zeitlos“ der Ausstellung mit Malerei, Skulpturen und Fotografie. Einen musikalisch-visuellen Genuss verspricht die Einspielung eines Videos, zu dem Siegfried Zielke am Flügel aus dem Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgsky spielen wird.