Für Schäfer Michael Thonnet vom Hohentwiel ist die Erinnerung an den Morgen des 6. Juni noch immer erschreckend. Ein Anruf der Polizei riss ihn an jenem Tag aus dem Schlaf. Seine Schafherde sei ausgebrochen und rund 50 Schafe auf den nahe liegenden Schienen der Schwarzwaldbahn von einem Seehas-Zug überfahren worden. Ebenso mühsam wie emotional aufwühlend waren die Bergungsarbeiten an jenem Morgen.

Inzwischen durfte Michael Thonnet erfahren, dass das Unglück nicht nur ihn und Geschäftspartnerin Hanne Pföst mitgenommen hat, sondern auch viele Menschen rund um den Berg ergriffen hat. Viele haben auf einen Spendenaufruf reagiert und der Hohentwiel-Domäne finanzielle Unterstützung zukommen lassen, mal 50 Euro und einmal sogar 500 Euro.

Schäfer ist gerührt

"Das ist eine große Hilfe für uns und ich bin den Spendern sehr dankbar für die große Unterstützung. Das zeigt, wie wichtig den Bürgern die Schafe auf dem Hohen­twiel sind", sagt Thonnet. Hohentwiel und Schafe, das gehöre offensichtlich nicht nur für ihn einfach zusammen. Wichtig sei die Unterstützung nicht zuletzt, da die Suche nach dem Verursacher bislang ergebnislos blieb.

Doch sein Verdacht, dass ein Hund die Schafe aufgehetzt haben könnte, hat sich bislang nicht widerlegen lassen. Nicht zuletzt eine Bisswunde an einem überlebenden Schaf hat Thonnet aufgezeigt, dass seine Schafe kaum aus eigenem Antrieb die steile Böschung zu den Bahngleisen hinaufgeklettert sein dürften.

Insgesamt 51 Schafe wurden am 6. Juni auf der Seehas-Strecke getötet. 42 neue Merino-Lämmer aus Bayern konnte Thonnet jetzt als Ersatz beschaffen. Im Januar seien die Lämmer, die jetzt auf dem Hohentwiel angekommen sind, geboren worden. Jedes Lamm kostet 140 Euro.

Hunde müssen an die Leine

Für die Zukunft wünscht sich Thonnet, dass Hohentwielbesucher noch besser auf ihre Hunde achten und sie an der Leine führen: "Damit so ein Unglück nicht wieder passiert."