Singen Singener Anwohner fordern mehr nächtliche Tempo-30-Zonen

Straßen der Südstadt sollen flächendeckend verkehrsberuhigt werden.

Regierungspräsidium und Gemeinderat, Gutachten und Beschlüsse, was für den Autofahrer nur eine vorbeiziehende Zahl am Straßenrand ist, bedeutet für die Stadtverwaltung aufwendige Vorbereitungen, bevor sie eine Geschwindigkeitsbegrenzung einrichten darf – und Klärungsbedarf. Diesen sah die Neue Linie, sie hatte Anwohner der betroffenen Straßen in der Südstadt zu einer offenen Sitzung im Siedlerheim eingeladen. Schon im Vorfeld hatte sich eine emotionale Debatte angekündigt, einzelne Betroffene hatten sich selbst als Bürger zweiter Klasse bezeichnet.

Grund dafür sind die nur partiell aus Lärmschutzgründen nachts auf Tempo 30 beschränkten Landstraßen, allen voran die Rielasinger-Straße. Anwohner wollen, dass für die Straße auch weiter Richtung Rielasingen flächendeckend nachts Tempo 30 gilt. Die verwaltungstechnischen Hürden stießen bei den Anwohnern auf wenig Verständnis. So kann die Stadt das Tempolimit nicht einfach auszeichnen. Die Landstraße fällt unter die Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Freiburg. "Allerdings kann mithilfe eines Gutachtens, welches für die angrenzenden Wohnhäuser eine Verletzung der Lärmschutzgrenzwerte nachweist, eine Genehmigung für die Geschwindigkeitsbegrenzung beantragt werden", erklärte Oberbürgermeister Bernd Häusler. Wird diesem Ersuchen stattgegeben, kann der Gemeinderat sich für die Auszeichnung einer 30er Zone entschließen.

So wie in diesem Abschnitt der Rielasinger-Straße fordern Anwohner, dass weitere nachts geltende Tempo-30-Zonen eingerichtet werden.
So wie in diesem Abschnitt der Rielasinger-Straße fordern Anwohner, dass weitere nachts geltende Tempo-30-Zonen eingerichtet werden. | Bild: Albert Bittlingmaier

Zu hohe Belastungen ließen sich jedoch nicht für alle Abschnitte nachweisen, was für einen Teil der nicht gedrosselten Bereiche verantwortlich ist, in anderen wird gerade das erforderliche Gutachten erstellt. Wie lange es dauert, bis die Schilder tatsächlich aufgestellt werden können, kann niemand sagen. "Ich gehe von 2018 aus", spekulierte Häusler. Mit einer Umfrage hatten die Anwohner zuvor versucht, ihre Position zu untermauern. Mit Erfolg, so Christian Siebold: "Wir haben Rückmeldung von 60 Haushalten, davon 57 dafür und nur drei dagegen, das ist eine Hausnummer." Marion Czajor forderte dazu auf, die Chance zu nutzen, Fragen zu Beginn jeder Ratssitzung zu stellen.

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