Die Besuchszahlen für die Singener Bäder bewegen sich auf einem seit vielen Jahren stabilen Niveau, die Schwankungen sind marginal. Wie aus den jüngsten Angaben der Stadtverwaltung hervorgeht, sind die Ausschläge beim Hallenbad noch geringer als beim Aachbad – hier übt das Wetter naturgemäß einen größeren Einfluss auf die Zahl der Badegäste aus.

Im Juli 2018 täglich 1058 Badegäste

Der Hitzesommer 2018 dürfte der Hauptgrund gewesen sein, warum das Freibad im vergangenen Jahr mit mehr als 90 000 Badegästen deutlich besser besucht war als in den Jahren zuvor (siehe Grafik). Geöffnet war das Aachbad von Mai bis September, wobei der Juli mit einem durchschnittlichen Tageswert von 1058 Besuchern herausragt. Auch im August lag der Wert mit täglich 890 Badegäste noch hoch, im September rutschte er dann auf 216 ab.

Bild: Kerstan, Stefanie

Im langfristigen Vergleich ragt das Jahr 2006 mit mehr als 101 000 registrierten Besuchern heraus. Einen Ausreißer nach unten gab es im Jahr 2014, als nur knapp 53 000 Menschen ins Aachbad kamen. Beide Extreme bilden dabei ziemlich genau das langfristige Mittel ab. Pro Jahr gehen rund 75 000 bis 80 000 Besucher in den wärmeren Monaten des Jahres zum Schwimmen ins Singener Freibad.

Viele Schüler und Vereinssportler

Dieser Wert wiederum deckt sich weitgehend mit den Zahlen für das Hallenbad. Ausreißer nach oben oder unten sind nicht zu erkennen, im Mittel landet man bei der Zählung auch hier bei 75 000 bis 80 000 Besuchern pro Jahr. Wenig Bewegung in der Statistik ist auch zu entdecken, wenn man sich die detaillierten Zahlen zu den Allgemein-Besuchern und den Schülern beziehungsweise Vereinsmitgliedern anschaut, die das Hallenbad nutzen. Das Verhältnis liegt bei Zugrundelage einer groben Analyse bei jeweils der Hälfte.

Die Präsentation der Zahlen durch Bernd Walz vom Fachbereich Sport und Bildung im zuständigen Gemeinderatsausschuss nutzte SPD-Stadtrat Hans-Peter Storz zur Anregung einer höheren Flexibilität der Öffnungszeiten. Er nannte umliegende Gemeinden im Hegau, die je nach Wetterlage für ihre Freibäder einen Zeitkorridor im Frühling oder Herbst nutzten, um so den Service beziehungsweise die Besuchszahlen positiv zu beeinflussen.

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Für die Stadtverwaltung ist dies jedoch keine Option. Bernd Walz geht davon aus, dass eine bei entsprechender Wetterlage früher angesetzte Eröffnung der Freiluft-Badesaison im Mai beziehungsweise eine etwaige Verlängerung im September die Frequenz der Bäder nur unmaßgeblich erhöhen würden. "Wir bekommen dadurch zum Beispiel im September keine 1000 Besucher mehr ins Aachbad", so seine Einschätzung. Die Begehrlichkeiten seien ihm bekannt, jedoch erreiche man dadurch nur die passionierten Badegäste und auch diese würden sich dann kaum noch fünf Stunden lang im Freibad aufhalten. Bei der Abwägung sei ihm in diesem Fall die Wirtschaftlichkeit wichtiger und diese würde durch gleichzeitige Öffnungszeiten von Hallen- und Freibad beeinträchtigt.

Bürgermeisterin Ute Seifried unterstrich dies mit dem nur bedingt tauglichen Vergleich der Bäder-Strukturen in Singen oder etwa Gottmadingen. Die Hegau-Gemeinde könnte die Öffnungszeiten flexibel auf die Wetterlagen zu Beginn beziehungsweise zum Ende der Saison abstimmen, weil sie kein Hallenbad hat. In Singen dagegen gibt es an diesen Eckzeiten ein sich überschneidendes Interesse von Hallen- und Freibadnutzern, dem man nur durch zusätzliches Personal gerecht werden könne – eine doppelte Mannschaft vorzuhalten aber sei teuer.