Theaterfreunde dürfen sich auf Samstag, 30. November, freuen, denn dann findet die fünfte Singener Theaternacht statt. Von 18 bis 24 Uhr entführen zehn Ensembles ihr Publikum in die Welt des Theaters – an unterschiedlichen Spielstätten wie Rats- oder Bürgersaal, in der Gems oder in der Ekkehard-Realschule. „Die Stücke sind meistens kurz gehalten, damit viele verschiedene Vorstellungen an einem Abend besucht werden können“, erklärte Aileen Müller vom Kulturbüro Singen.

Die Theaternacht hält Stücke bereit, die verschiedener nicht sein können. Dabei soll auch gezeigt werden, wie ein Theaterstück überhaupt entsteht: Eine dokumentarisch-filmische Retrospektive zeigt mit einer Probe die Arbeit hinter den Kulissen. „Der Film ist sozusagen ein kleines Making-of“, sagte Gems Geschäftsführer Andreas Kämpf.

Die einen proben wochenlang – andere treten spontan auf

Ganz anders sieht die Arbeit der Improsingers aus, denn hier gibt es spontanes Schauspiel statt Skript. Cordula Mächler von den Improsingers bemerkte dazu, dass es in die Hose gehen könne – oder überragend gut werde. Es bleibe also auch für die Spieler spannend. Andere Theatergruppen locken mit Eigenproduktionen, wie die Theater-AG „tACTlos“ vom Friedrich-Wöhler-Gymnasium.

„Wichtig für die Schüler war es, dass ihr Stück eine Problematik in unserer heutigen Gesellschaft anschneidet. Festgelegt haben wir uns auf die zunehmende Macht der Digitalisierung„, erzählte Theater-AG Leiterin Nicola Fritsch. Bewegend geht es mit dem Theaterstück „die Kinder vom Hinterhof“ weiter. „Die Theatärer“, eine Gruppe von Unterstufenschülern des Friedrich-Wöhler-Gymnasiums, nehmen ihr Publikum mit in den Alltag zu Zeiten des Nationalsozialismus.

Hier wird getanzt und musiziert

Im Programm findet sich auch die Theatergruppe und Ballettschule „Die Färbe“ wieder, welche sich den Kultfilm „The Blues Brothers“ aus dem Jahr 1980 nochmals zur Brust genommen hat. Besucher der Kurzfassung können sich auf viele Tanz- und Gesangseinlagen gefasst machen. Musikalisch geht es auch in dem Stück „Heimwehland“ von Susanne Breyer zu. Michael Kessler hat die Musik dafür eigens komponiert. Das Streichorchester vom Collegium Musicum begleitet das Stück, basierend auf der Sage des Wawel-Drachen aus Krakau verbunden mit der polnischen Geschichte nach 1980.

Welcher Shakespear ist am besten? Den gibt es dann ausführlicher

Von einem Film inspirieren lassen, hat sich auch das „Theater 88 Ramsen„. Walter Millns lässt in seinem der britischen Komödie „The Full Monty“ entsprungenen Theaterstück nackte Tatsachen sprechen, denn es geht um angehende Stripper. „Ein bisschen Sex-Appeal gehört schließlich auch zum Showbusiness dazu“, bemerkte Schauspieler Daniel Leers. Die Theater AG „Theatre de lux(e)“ verschafft einen kurzen Einblick in fünf verschiedene Theaterstücke des großen Shakespeare. Das Publikum darf am Ende selbst entscheiden, welches davon sie am Ende ausführlich sehen wollen. Das nächste Theaterstück beweist Frauenpower. „Her mit dem ganzen Leben! 100 Jahre Frauenwahlrecht“ wurde unter der Leitung von Marie Luise Hinterberger entwickelt und handelt von den Anfängen der Frauenbewegung bis heute.

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Im weiteren Stück wird zu makaberen Scherzen aufgelegt: Das Doppelgänger Theaterforum lädt zum Gruseln und Lachen ein. Die fünfköpfige Gruppe präsentiert ihren Besuchern das Stück „Heimito von Doderer – Tod vor Schrecken“.

All das bieten die Theaterschaffenden mehrmals. So kommen sie auf 57 Aufführungen in einer Nacht.

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Wo findet denn was statt?

1. Theater und Ballettschule „Die Färbe“ spielt in der Färbe: „The Blues Brothers“

2. Doppelgänger Theaterforum spielt in der Basilika: Heimito von Doderer „Tod vor Schrecken“

3. Theater 88 Ramsen spielt im Walburgissaal: „Perfäkt aagleit oder The Full Monty uf em Dorf„

4. „tACTLos“ spielt in der Ekkehard-Realschule: „Digital.Zeit,Alter!“

5. Theaterverein Pralka spielt im Bürgersaal Rathaus: „Heimwehland“

6. „Theatre de lux(e)“ spielt im Ratssaal Rathaus: „ Shakespeare – Was wollt ihr?“

7. Dokumentation von Nete Mann zu sehen hinter der Stadthalle: „Dokumentarisch – filmische Retrospektive einer Theaterprobe“

8. „Die Theaträrer“ spielt im Gems-Saal: „Die Kinder vom Hinterhof“

9. Theater mit Marie-Luise Hinterberger zu sehen im Gems-Saal: „Her mit dem ganzen Leben! 100 Jahre Frauenwahlrecht“

10. „Die Improsingers“ spielen im Gems Studio: „Improshow“