Tanzen verbindet Menschen und Hip Hop schafft es, vor allem Jugendliche zu erreichen. Aus diesem Grund feiert das Spektakel für Hip Hop und Breakdance „Fighting 4 The South“ am Samstag, 2. November, sein zehnjähriges Jubiläum in der Scheffelhalle in Singen. Von 12 bis 20 Uhr sollen rund 100 Tänzer aus ganz Deutschland in sogenannten Battles in drei verschiedenen Kategorien gegeneinander antreten. Bei dem Wettstreit wird zu Breakdance und der freieren Form Allstyle getanzt. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von insgesamt 1000 Euro.

Tanzen half ihm auf die richtige Spur

„Während des Tanzens herrscht Krieg“, erklärt Loni Gashi, Vorsitzender des organisierenden Vereins AFC Rinia in Singen. Er selbst tanzt schon seit über 20 Jahren und gewann 2011 die Weltmeisterschaft im Breakdance. Mittlerweile gibt er Breakdance-Workshops in Schulen und stoße dabei auf sehr viel Begeisterung. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Kulturförderpreis der Stadt Singen für das Tanzprojekt ausgezeichnet. Das Breaken, erzählt er, habe ihn wieder auf die richtige Spur gebracht und genau das möchte er auch bei anderen Jugendlichen bewirken.

Hip Hop ohne Gewalt und Frauenfeindlichkeit

Es soll ein neues Bild von Hip Hop geschaffen werden. Ein Bild, das weit entfernt von Gewaltverherrlichung oder Frauenfeindlichkeit ist. „Nach dem Tanzen haben sich alle wieder lieb“, stellt Gashi klar. Die Tanzart, die vor allem wegen ihrer athletischen Bewegungen und Drehungen wie der „Headspin“ (Drehung auf dem Kopf) bekannt ist, diente in ihrem ursprünglichen Sinn nämlich zur Gewaltprävention und verhinderte gewalttätige Straßenkämpfe. Statt sich mit Fäusten und Waffen zu bekämpfen, tanzte man die Streitigkeiten in Battles gegeneinander aus.

Die Grundwerte „Peace, Love, Unity and Having Fun“ (Friede, Liebe, Einheit und Spaß haben) sollen wieder in den Vordergrund geraten und Jugendliche friedlich zusammen führen. Beim Tanzen spiele weder Herkunft, noch Religion eine Rolle. „Wir sind alle eins“, betont er. Das soll auch die multiethnische Jury verkörpern: eine Christin aus London, ein Jude aus Israel und ein Moslem aus Berlin.

Gemeinsam friedlich Spaß haben – auch spontan

Zwei Moderatoren begleiten durch das acht Stunden lange Programm. Wer sich vor Ort dazu entscheidet, doch mitmachen zu wollen, kann sich spontan noch anmelden. Es soll ein Spektakel für die ganze Familie werden, Kinder seien durchaus erwünscht und für deren Unterhaltung werde gesorgt. Neben den Battles, die den Hauptteil des Programms ausmachen, soll auch Tanzschulen aus dem Landkreis eine Fläche geboten werden, ihr Können zu zeigen. Bei Interesse könne man sich gerne noch bei Loni Gashi melden.

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Ohne die Unterstützung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wäre das Projekt gar nicht erst möglich gewesen, betont Gashi. Zudem wird die Veranstaltung durch die Singener Kriminalprävention (SKP) unterstützt.

Macher wollen Breakdance in Singen etablieren

Ziel des Ganzen ist die Etablierung regelmäßiger Kurse für Hip Hop und Breakdance für Jugendliche in Singen, wie der Vereinsvorsitzende erklärt. Dazu müsse man zunächst eine Gemeinschaft aufbauen. Jedoch ist sich Loni Gashi sicher, dass dafür genügend Interesse vorhanden sei. „Breakdance ist schon seit Langem in der Singener Kultur verankert“, erklärt auch Marcel da Rin, Leiter der SKP. Man habe es nur in den vergangenen Jahren aus den Augen verloren.

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