Das bedeutet rund 200 000 Gäste an 5000 Tagen, sagte Udo Engelhardt als Vorsitzender des Tafelvereins. Eine stolze Bilanz. Die Liste derer, die ehrenamtlich zum Gelingen des Mittagstischs beigetragen haben, ist lang. Der Tafelverein bedankte sich mit einem Festessen, bei dem das im Vordergrund stand, was den Mittagstisch ausmacht: Das Miteinander, die Begegnung und das Gespräch. Der Mittagstisch war zuerst in den Kirchen untergebracht, die Maggi kochte für 2,30 Euro pro Essen, berichtete Engelhardt. In den 20 Jahren haben viele gespendet und unterstützt. Ein Spendenaufruf half, einen neuen Herd anzuschaffen. Herz und Seele des Mittagstischs ist das Küchenteam mit Eva Pal, Fatma Belfatmi und Dalal Baschiri.

Kochen für die Tafel

Es war im November 2005 als sich das Singener SÜDKURIER-Redaktionsteam Gedanken machte, was es in der Vorweihnachtszeit Gutes tun könnte. Die Idee des Kochens für die Tafel wurde geboren. Wir haben als erste "Fremdköche" am 8. November 2005 Frikadellen mit Kartoffelsalat gekocht und serviert und wurden herzlich von Mitarbeitern und Gästen aufgenommen. Unser Ziel war es, dass bis Weihnachten jeden Tag eine Gruppe, ein Verein oder ein Unternehmen kocht. Es hat geklappt und es ging weiter! Menschen aller Altersklassen, aus vielen Gruppen, Organisationen und Unternehmen haben seither für die Tafel gekocht. Sie machen sich viel Mühe, spenden die Zutaten, kochen meist ein Drei-Gänge-Menü und decken den Tisch. Viele führen dieses Engagement fort: Das sind zum Beispiel die evangelische Friedenskirche, die Gruppe Gastmahl, die Luthergemeinde, der Hegau Kulturverein. Drei Hobby-Köche erzählen stellvertretend, warum sie sich für den Mittagstisch engagieren.

Darum kochen wir für den guten Zweck

Vorstandsmitglieder des AWO-Ortsvereins Singen kochen einmal im Jahr für die Tafel. "Wir finden gut, dass es die Tafel und den Mittagstisch gibt", erklärt Vorsitzende Claudia Rehling. "Außerdem kochen wir gern und in der Gruppe macht es doppelt Spaß." "Uns geht es gut und wir wollen etwas zurückgeben", sagen die Frauen der Asthma-Gruppe, die ebenfalls einmal im Jahr für die Tafel kochen. "Es macht uns Spaß und das Personal der Tafel ist ganz toll", spricht Marlene Isele für die Gruppe. Der Kiwanis Club Hegau, vertreten durch Paul Wrobel, kocht seit 2005 einmal im Monat. "Ich habe durch das Engagement hier ganz tolle Menschen kennengelernt und bewundere die ehrenamtliche Arbeit, die hier geleistet wird", erklärt Wrobel. Er sei sehr gern im Tafelrestaurant und arbeite gern mit den Mitarbeitern zusammen. Alle Gruppen, die kochen wollen, sind willkommen. Wir können bestätigen: Es ist eine der besten teambildenden Maßnahmen.