Die großen Baustellen in der Hohentwielstadt sind für Zuschauer immer gern ein Anziehungspunkt. Am Montag, 10. September, bekommen 20 SÜDKURIER-Leser exklusiv die Gelegenheit, die Baustelle auf dem Herz-Jesu-Platz zu besichtigen. Bauleiterin Carmen Klenk und Joachim Dannecker von der Züblin AG werden die Teilnehmer über die Baustelle führen.

Bereits im Mai hatten Bürger die Gelegenheit zu einer Führung mit Vertretern der Firma Züblin und der Stadtverwaltung genutzt. Seither hat sich auf der Baustelle viel getan. Rund 40 Arbeiter sind von montags bis freitags von 7 bis etwa 18 Uhr und samstags vormittags auf der Baustelle. "Zurzeit finden die Bewehrungsarbeiten sowie Schalungsarbeiten und Betonage statt", erklärt Bauleiterin Carmen Klenk im Gespräch. Mit dem Baufortschritt liege man im Zeitplan.

Bei der Führung werden die Teilnehmer nicht nur in das Gebäude des Siedlungswerks gehen, sondern auch in die Tiefgarage der Stadt. Bei der Tiefgarage fehlt derzeit noch der Innenausbau. Von oben betrachtet sieht man auch das Loch, das für die Platane gelassen wurde, die während der Bauphase ausgelagert wurde.

Skepsis wandelt sich in optimistische Neugier

Interessiert beobachten viele Singener Bürger die Arbeiten auf dem Herz-Jesu-Platz. Am Bauzaun bei der Herz-Jesu-Kirche stehen immer Leute und verfolgen das Geschehen. So wie Hans Hall (84) und Udo Heusler (74), die beide früher selbst in Handwerksberufen gearbeitet haben. "Anfangs habe ich schon gedacht: Warum muss man diesen schönen Platz bebauen?", hatte sich Udo Heusler gefragt. Doch mittlerweile kann er sich den Platz mit der Bebauung gut vorstellen. "Das wird sicher schön, wenn alles fertig und bepflanzt ist", so Udo Heusler.

Der Herz-Jesu-Platz liegt im Sanierungsgebiet "Östliche Innenstadt". Bereits im Jahr 2012 war ein Granitbrunnen neben der Kirche eingeweiht worden. 2014 wurden im Rahmen einer Bürgerwerkstatt Ideen für den nun laufenden zweiten Bauabschnitt gesammelt. Bei der Führung im Mai hatten einige Bürger Sorgen wegen der Höhe der Gebäude geäußert. Doch diese werden nicht höher sein als die umliegenden Häuser. Eine öffentliche Toilette soll in einem der Häuser während der Marktzeiten zugänglich sein.

Alles im Zeitplan: Aauf der Baustelle am Herz-Jesu-Platz sind die Arbeiter gerade vor allem mit Betonage-Arbeiten beschäftigt.
Alles im Zeitplan: Aauf der Baustelle am Herz-Jesu-Platz sind die Arbeiter gerade vor allem mit Betonage-Arbeiten beschäftigt. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Beim Spatenstich im Februar 2018 hatte der Architekt Matthias Hähnig vom Büro Hähnig und Gemmeke aus Tübingen betont, dass aus diesem Projekt mit den intensiven Planungsprozessen ein Raum für alle hervorgehen soll. Er bezeichnete das Vorgehen seit 2014 als vorbildliche Bürgerbeteiligung, bei dem ein sicheres Nebeneinander von Fußgängern, Radfahrern und dem motorisierten Verkehr sowie eine gute Aufenthaltsqualität ermöglicht werden solle.

In punkto Parken wird es eine städtische Tiefgarage mit 76 Plätzen geben. Außerdem gibt es eine private Tiefgarage mit 39 Stellplätzen für die Bewohner der Wohnungen des Siedlungswerks. Das Siedlungswerk baut 15 Eigentumswohnungen mit Wohnflächen von 49 bis 108 Quadratmetern Wohnfläche in drei Gebäuden. Im Erdgeschoss der Gebäude sind Flächen für Gewerbeeinheiten, wie etwa Ladengeschäfte und ein Café, untergebracht, die den Platz beleben sollen. Ergänzt werde das Quartier durch zehn öffentlich geförderte und sechs frei finanzierte Mietwohnungen, so das Siedlungswerk.