Und nun? Die Vielzahl der individuellen Anregungen bei der SÜDKURIER-Befragung summiert sich zu einem dicken Bündel, aber neben der Menge ist vor allem die Qualität der Tipps bemerkenswert. 1639 Teilnehmer allein im Bereich von Singen und dem Hegau – mit dieser Zahl war nicht zu rechnen. Denn natürlich war die Einordnung der thematischen Fragen mit einem Zeitaufwand verbunden und so gut wie alle Teilnehmer formulierten zudem Vorschläge, über was und in welcher Form der SÜDKURIER sonst noch berichten sollte. Danke dafür!

Bild: Schönbucher, Daniel

Und dieser Dank ist alles andere als eine wohlfeile Geste. Denn das erste und wichtigste Ergebnis der Aktion steht auf Grundlage der Rückmeldungen fest: Die Redaktion hat mit den Teilnehmern an der Aktion ein weiteres ständiges Mitglied bekommen, das ab sofort an den täglichen Konferenzen sowie an den wöchentlichen Themenbesprechungen teilnimmt.

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Gewiss, das war schon bisher so. Denn natürlich versteht sich jede Redaktion als Obmann für Fragen oder Themenvorschläge von Lesern. Die Zeiten jedenfalls, in denen die Mitarbeiter von Medien das Angebot bestimmten und der Rest der Welt auf die Rolle des Empfängers reduziert war, sind längst einem kommunikativen Miteinander gewichen.

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Wer diesen Gedanken übrigens weiterspinnt, gelangt zu der Erkenntnis, dass auf lange Sicht die Qualität eines Mediums letztlich immer nur so gut sein kann wie seine Nutzer. Was das anbelangt sieht es angesichts der Resonanz gut aus – übrigens nicht nur für den SÜDKURIER. Die Menschen in Singen und den Gemeinden des Hegaus machen es sich nicht bequem, sie machen mit. Eine solche Region kann sich glücklich schätzen.

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Deshalb auch freuen uns einige der Umfrage-Resultate ganz besonders. Zum Beispiel beim Thema Kommunalwahlen, bei dem die Redaktion das Ergebnis mit Spannung erwartete. Denn interessiert tatsächlich, was in den Ratssälen besprochen und entschieden wird? Die Antwort: 88 (!) Prozent der Teilnehmer stufen die Kommunalwahlen für sehr wichtig oder wichtig ein, womit sich die Redaktion in ihrer Entscheidung für die vor knapp einem halben Jahr begonnene Serie "Wir machen Demokratie" bestätigt fühlt. Die Reihe, mit der das Interesse an der Wahl und der Kommunalpolitik geweckt werden soll, wird also bis zum 26. Mai fortgesetzt und danach werden wir das Konzept beibehalten. Wichtig ist dabei nicht die Protokollierung von Ratssitzungen – sie bilden nur die Basis für eine verständliche Darstellung von Hintergründen, die Einordnung und Kommentierung.

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Andere Anregungen sind weniger als Bestätigung, sondern als Auftrag zu verstehen. Dem Bedürfnis nach einer Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs beispielsweise werden wir in einer Serie nachkommen: Wo funktioniert der Nahverkehr und bei welchen Verbindungen kommt man nur so mit Ach und Krach von A nach B? Eine weitere Serien-Idee: Der Wunsch nach guten Nachrichten ist groß und also werden wir in Reportagen die "Guten Geister" der Region vorstellen.

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Daneben bleibt das dicke Bündel individueller Vorschläge, die oft im Widerstreit zueinander stehen. Beispiel: Die Forderung nach mehr Berichten aus Konstanz oder Radolfzell steht dem Wunsch nach stärkerer Berücksichtigung einzelner Hegau-Gemeinden entgegen und als wäre das noch nicht genug, gibt es an anderer Stelle wiederum viel Lob für die Ausgewogenheit der Berichterstattung. Was also tun? Nun, das alles werden wir im täglichen Miteinander in den Griff bekommen – Hauptsache Sie machen mit!

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