Das Tierheim war das Ziel der ersten Sommertour des SPD-Ortsvereins Singen. Im Obergeschoss des Tierheims, das vor rund 20 Jahren im Münchried gebaut wurde, informierte die Vorsitzende Marion Czajor die Gäste über die Arbeit des Vereins. Das Tierheim habe oft Besuch, auch von Kindern oder Seniorengruppen, die sich für die Arbeit interessieren, so Marion Czajor. Drei Standbeine machen die Arbeit der fünf festangestellten Mitarbeiter sowie der Ehrenamtlichen aus. "Besonders wichtig sind unsere treuen Hundegassigänger, die täglich mit den Hunden spazieren gehen", sagte Czajor. Für die drei Kampfhunde, die zurzeit im Tierheim wohnen, ist das Personal zuständig.

Neben den Fundtieren, für die die Gemeinden bis zu 30 Tage lang zahlen, seien die Abgabetiere ein weiteres Standbein des Tierheims. Einige Plätze hat das Tierheim auch für die Ferienunterbringung von Katzen oder Hunden. "Derzeit sind wir aber ausgebucht, was diese Plätze betrifft", betonte Marion Czajor. Ein gutes Dutzend Hunde, die in ihren Boxen auch etwas Auslauf nach draußen haben, leben im Tierheim, außerdem ein paar Hasen und Katzen. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über den gesamten Oberen Hegau.

"Der Telefondienst ist eine sehr schwierige Geschichte, denn es braucht oft viel Geduld und Verständnis", ist die Erfahrung von Marion Czajor. Seit 1996 ist sie die Vorsitzende des Tierschutzvereins, der aktuell rund 400 Mitglieder hat. "Das war damals eigentlich nur als Übergangslösung gedacht", erinnert sich Czajor. Im Oktober 2018 feiert der Verein im Rahmen eines Tags der offenen Tür sein 60-jähriges Bestehen. Immer wieder bekommt der Verein auch Erbschaften von verstorbenen Tierfreunden.

Reptilien und Wildvögel werden weitervermittelt

Ob auch andere Tierarten als Hunde und Katzen genommen werden, wollte die SPD-Fraktionsvorsitzende Regina Brütsch wissen. Hasen oder Meerschweinchen schon, aber Reptilien oder Wildvögel würden an spezialisierte Einrichtungen gegeben, so Czajor.

Zurzeit werden auf dem Gelände weitere Linden gepflanzt. Im Sommer 2017 sind auf dem 5345 Quadratmeter großen Gelände des Tierheims sieben neue Hundewiesen entstanden. Sie haben verschiedene Größen, auch für die Gruppenhaltung der Hunde. Offiziell eröffnet wurden sie vergangenen Oktober bei einem Tag der offenen Tür. Außerdem war auch der komplette Zaun um das ganze Tierheimgelände erneuert worden, da der Maschendrahtzaun 19 Jahre nach dem Neubau voller Löcher und somit defekt war.

Ermöglicht wurde dieses Projekt durch ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg, das eine Kostenbeteiligung von je einem Drittel zwischen Tierschutzverein, Stadt Singen und Land Baden-Württemberg vorsieht.