An der Robert-Gerwig-Schule (RGS) begann die laufende Schulwoche richtig spannend. Grund dafür war der Besuch einer Kommission, die für den Schulpreis 2019 unterwegs ist. Denn die RGS hat es mit ihrer Bewerbung ­unter die 20 besten Schulen Deutschlands ­geschafft. Es war das dritte Mal, dass sich die RGS für diesen Preis beworben hat.

„Diesmal klappte es endlich, dass wir in die engere Auswahl gekommen sind“, freut sich Schulleiterin Karin Schoch-Kugler. Große Unterstützung in der Vorbereitung hatte sie durch Steffen Mangelsdorf und Daniela Wagenhan. Bei Gesprächsrunden mit dem Kollegium, Elternvertretern und Schülersprechern und durch Besuche im Unterricht gewannen die Mitglieder der Kommission in zwei Tagen einen guten Eindruck von der Arbeit an der Schule.

Die Kommission hatte 78 Bewerbungen

„Wir hatten in diesem Jahr 78 Bewerbungen. Davon kamen 20 Schulen in die engere Wahl“, erläutert Michael Brenner, Mitglied der Kommission und Geschäftsführer der Heidehof Stiftung GmbH beim abschließenden Pressegespräch mit den Jurymitgliedern, Vertretern der Schule und der Schülerschaft. „Wir haben festgestellt, dass hier an der Schule ein ganz großes Spektrum geleistet wird“, fasste es Monika Buhl, Professorin am Institut für Bildungswissenschaft an der Uni Heidelberg zusammen. „Es war beeindruckend, was hier alles zusammenspielt.“

Lob von der Uni Heidelberg

Die Schüler hätten signalisiert, dass sie eine große Gruppe sind, in der ein sehr gutes Miteinander ohne Ausgrenzungen gepflegt werde. „Wir haben gesehen, dass hier sehr professionell gearbeitet wird“, ergänzt Wolfgang Berkemeier, der früher selbst einmal eine kaufmännische Berufsschule geleitet hat. Die Kommission hat sich insgesamt sechs Qualitätsbereiche intensiv angeschaut. Dazu gehören die Bereiche Leistung, Umgang mit Vielfalt; Unterrichtsqualität; Verantwortung; Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner sowie Schule als lernende Institution. Das Schulklima hat die Kommission offenbar beeindruckt.

Experten fällt ruhige Atmosphäre auf

„Wir haben auch während der Mittagszeit in der Mensa eine Ruhe wahrgenommen, die es nicht überall an Schulen gibt“, so Berkemeier. Die außerschulischen Partner hätten signalisiert, dass ihre Auszubildenden an dieser Schule sehr gut vorbereitet werden. „Besonders positiv ist uns aufgefallen, dass es auch Klassenteams auf Lehrerseite gibt“, lobte Monika Buhl.

„Die interne Kooperation ist mit das Wichtigste“, ergänzt Wolfgang Berkemeier. „Wenn es mal Probleme gibt, werden diese gleich besprochen“, sagte Schülersprecherin Meike Muffler. „Man kann hier offen miteinander reden, und zwar immer auf Augenhöhe.“ Ihr Schülersprecher-Kollege Marvin Holz ergänzt: „Es gibt hier wirklich ein großes Wir-Gefühl. Das ist die beste Schule, auf der ich je war.“

Für Schulleiterin Karin Schoch-Kugler war der Besuch der Kommission wie „ein frischer Frühlingswind“. Durch den Blick von außen bekomme man sehr gute Anregungen, was man noch besser machen könne. Sie freue sich über die Tatsache, dass die Schule nun – egal, ob sie unter die letzten 15 kommt – ein Coaching über zwei Jahre bekommt.

„Wir hatten im Kollegium auch eine große Bereitschaft, mitzumachen, denn wir wollen uns weiterentwickeln“, so Steffen Mangelsdorf, der an der RGS für das Qualitätsmanagement zuständig ist. Ein Film-Team der ARD hat übrigens auch an den zwei Tagen an der Schule Aufnahmen gemacht.

Weitere Informationen:
http://www.rgs-singen.de
http://www.deutscher-schulpreis.de

 

Fakten zum deutschen Schulpreis 2019

  • Der deutsche Schulpreis wird seit dem Jahr 2006 jährlich vergeben. Partner des Schulpreises sind die Robert-Bosch-Stiftung, die Heidehof Stiftung, die ARD und die Zeit Verlagsgruppe. Ende März nominiert die Jury 15 Schulen. Die Preisverleihung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am 5. Juni in Berlin vorgesehen.
  • Der Hauptpreis umfasst 100 000 Euro, die weiteren fünf Preisträger bekommen nochmals insgesamt über 100 000 Euro. Alle nominierten Schulen, die nicht unter diesen Preisträgern sind, bekommen jeweils 5000 Euro. Ein Coaching ist außerdem über zwei Jahre im Paket enthalten.
  • In diesem Jahr sind diese 20 Schulen im Rennen: Alemannenschule Wutöschingen, Elisabeth-von-Thadden-Schule Heidelberg, Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Tuttlingen, Robert-Gerwig-Schule Singen, Schillerschule Münsingen, Eichendorffschule Erlangen, Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg, Grundschule An der Haake Hamburg, Mosaikschule Marburg, Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck, Friedrich Wilhelm Murnau-Gesamtschule Bielefeld, Gebrüder-Grimm-Schule Hamm, GGS Kettelerschule Bonn, Kosmos-Bildung Münsterlandschule Havixbeck, Primus Schule Minden, Schiller-Schule Bochum, Technisch-Wissenschaftliches Gymnasium Dillingen, Kurfürst-Moritz-Schule Moritzburg, Jeetzeschule Salzwedel und als deutsche Auslandsschule „Mariscal Braun“ in La Paz in Bolivien.
  • Fakten zur Robert-Gerwig-Schule: Im aktuellen Schuljahr 2018/2019 besuchen rund 2000 Schülerinnen und Schüler die RGS, davon sind 1200 Auszubildende (Teilzeit). Sie werden von etwa 105 Lehrkräften unterrichtet. Die RGS ist damit die größte berufliche Schule im gesamten Landkreis Konstanz und Pionierschule beim Modellprojekt „Operativ Eigenständige Schule“ (OES).