Hegau/Hochrhein Rheinschifffahrt mit neuem Kurs

Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) schippert wieder ins Plus. Präsident Reto Dubach gibt das Steuerrad ab und die URh gründet einen Förderverein.

Alles neu, macht der Mai – zumindest bei der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh). Zur Aktionärsversammlung wurde Bilanz gezogen und ein neuer Kurs bestimmt. Der Steckborner Stadtpräsident Roger Forrer übernimmt das Verwaltungsratspräsidium vom langjährigen URh-Chef Reto Dubach, der neue Steiner Stadtpräsident Sönke Bandixen wird neuer Vizepräsident. "Eine steile Karriere", scherzte Dubach an der Generalversammlung. Innerhalb weniger Minuten wurde Bandixen erst in den Verwaltungsrat aufgenommen und dann einstimmig zum Vizepräsidenten gewählt. Auch wenn die Schifffahrtsgesellschaft auf eine bewegte Zeit zurückblicken musste, überwog Optimismus in der Steiner Mehrzweckhalle Schanz, wo sich eine Vielzahl der über 2500 URh-Aktionäre getroffen hat. Dubach verwies auf Erfolge des Kostensenkungsprogramms. Schmerzhaft sei die Sanierung gewesen, die Reorganisation nun abgeschlossen, betonte Forrer als neuer URh-Präsident. Zum Jahresende habe man den Vertrag mit Sanierer Benno Gmür aufgelöst. Wie hoch sein Honorar gewesen sei, wollte Dubach nicht verraten: "Eines kann ich sagen: Es waren deutlich unter 100 000 Franken."

Neun Jahre war er im Verwaltungsrat aktiv. "Er hat die Flotte flott gehalten", dankte Nachfolger Forrer dem nervenstarken Steuermann in der Krise. Millionen-Investitionen waren dazu erforderlich, ein schmerzhaftes Sanierungsprogramm und außerordentliche Überzeugungsarbeit. Auch Claudia Eimer, ehemalige Stadtpräsidentin von Stein am Rhein, wurde verabschiedet. Es seien vier bewegte Jahre gewesen: "Aber jetzt ist die URh mit den richtigen Leuten auf dem richtigen Kurs", lautete ihr Abschiedsgruß. Ihr Nachfolger in Stein, Sönke Bandixen, folgte in den Verwaltungsrat. Der soll künftig von neun auf sieben Mitglieder verkleinert werden, da die beiden Kantone Thurgau und Schaffhausen auf ihre Vertreter verzichten. Auf drei Säulen ruhe nun die Zukunft: Sparen, finanzielle Unterstützung der beteiligten Kantone , so wie eine Kapitalerhöhung, die von den Aktionären breit unterstützt wurde. "Wir sind auch dabei", betonte Büsingens Bürgermeister Markus Möll als kommunaler URh-Aktionär. Man dürfe nicht aus dem Blick verlieren, dass die URh nicht nur ein Wirtschaftsunternehmen für Personentransport, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor für den Tourismus sei. Um der künftig mehr als Tourismus-Unternehmen agierenden Schifffahrtsgesellschaft Fürsprecher zur Seite zu stellen, soll am 12. Juni ein Förderverein gegründet werden.

Mehr Attraktivität versprechen sich die Aktiven des Vereins Pro-Dampfer von einem Dampfschiff, wie Eddi Joos betonte. Er dankte für die gedeihliche Zusammenarbeit. URh-Geschäftsführer Remo Rey bot Ausblick auf die neue Saison. Der Start sei positiv gewesen und mit neuen Rundfahrt-Angeboten werte man die Linien touristisch auf.


Das Zahlenwerk

  • Einnahmen: Ein Plus auf der Ertragsseite um über 400 000 Franken steigert die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr auf rund 5,2 Mio. Franken.
  • Ausgaben: Die Sparanstrengungen haben sich gelohnt. Der Aufwand konnte um 300 000 Franken auf 4,9 Mio. Franken gesenkt werden.
  • Ertrag: Unterm Strich bleiben 250 000 Franken Gewinn, die mit dem Verlustvortrag verrechnet werden. 

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