Herausragende, musikalische Werke, wie Nabucco, begeistern und berühren die Menschen damals wie heute. Die Oper in vier Akten, die bei der Uraufführung 1842 in der Mailänder Scala Komponist Giuseppe Verdi berühmt machte, sorgt auch über 170 Jahre später bei über 1000 Besuchern in der ausverkauften Singener Stadthalle für nicht enden wollenden Beifall.

Verdis Meisterwerk zeichnet sich durch bewegende Chorszenen aus. Besonders bekannt ist der Gefangenenchor „Va, pensiero“, der zu den Höhepunkten der Aufführung in Singen zählte. In der Inszenierung des Theaters Pforzheim wirkte an dieser Stelle auch der Madrigalchor Alu Singen, unter Leitung von Hartmut Kasper, mit. Der Einzug der Chormitglieder, die sich seitlich unterhalb der Bühne verteilten und der gemeinsame Gesang mit den Theaterchören ließen Gänsehautgefühl aufkommen. Für Chorsänger bedeutet eine solche Aufstellung eine gesangliche Herausforderung, die vom Madrigalchor bestens gemeistert wurde.

In der fast dreistündigen, dramatischen Geschichte geht es um die babylonische Gefangenschaft der Hebräer und den machthungrigen König Nabucco, der von Ivan Krutikov anfangs mit Schwächen, im Verlauf der Handlung jedoch sehr überzeugend dargestellt wurde. Der Bariton beeindruckt als wahnsinnig gewordener König, der den Verstand verliert, nachdem er sich selbst zum Gott ernannt hat.

In der Rolle der Abigaille glänzte Anna-Maria Kalesidis mit ausdrucksstarkem Spiel und gesanglicher Brillanz. Die Sopranistin verkörpert die vermeintlich Erstgeborene Nabuccos, die in Wahrheit Tochter einer Sklavin ist, mit Energie und Bühnenpräsenz. Tenor Kwonsoo Jeon agierte als Ismaele stimmlich an manchen Stellen zu kraftvoll. Dagegen wirkte Mezzosopranistin Danielle Rohr als Nabuccos Tochter Fenena teilweise zurückhaltend. Hut ab vor Aleksandar Stefanoski, der trotz Erkrankung als Hohepriester Zaccaria auftrat. Er erfüllte den Saal mit markanter Bass-Stimme. Die Badische Philharmonie Pforzheim, unter Leitung von Markus Huber, wirkte bei der Oper bravourös mit.