Veronika Netzhammer und Thomas Stocker bekamen jetzt den Ehrenring für ihr jahrzehntelanges Engagement im Gemeinde- oder Ortschaftrat. Im Rahmen einer Feier in der Skylounge des neuen MAC II Museums gab es außerdem eine ganze Reihe von Ehrungen und Verabschiedungen durch Oberbürgermeister Bernd Häusler. Er blickte aber auch zurück auf Entscheidungen, die in den vergangenen 40 Jahren in Singen diskutiert wurden.

Die Verleihung eines Ehrenrings ist traditionell eine Entscheidung, die der Gemeinderat fällt. Dass er sich für Veronika Netzhammer und Thomas Stocker entschieden hat, stand für das Gremium außer Frage. Seit Jahrzehnten sind beide fast schon mit der Kommunalpolitik verheiratet. Aber nur fast. Der Ehrenring wird übrigens seit dem Jahr 1962 in unregelmäßigen Abständen verliehen. Mit den beiden neuen Trägern haben ihn nun 24 Personen bekommen.

Seit 1989 im Gemeinderat

1989 entschied sich Veronika Netzhammer, erstmals als Gemeinderätin für die CDU zu kandidieren. Schon 1994 wurde sie Vorsitzende der Gemeinderatsfraktion und blieb es 22 Jahre lang. Parallel wirkte sie von 1994 bis 2019 im Kreistag und über drei Wahlperioden (von 1996 bis 2011) als Wahlkreis-Abgeordnete im Landtag. „Ohne sie wäre manches nicht realisiert worden, doch ihre Konsequenz ließ manchmal auch keinen Platz für Kompromisse“, bemerkte Bernd Häusler.

Thomas Stocker (von links) und Veronika Netzhammer bekamen bei einer Feier im MAC II Museum von OB Bernd Häusler Ehrenringe überreicht.
Thomas Stocker (von links) und Veronika Netzhammer bekamen bei einer Feier im MAC II Museum von OB Bernd Häusler Ehrenringe überreicht. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

„Ich danke allen für dieses Zeichen der Wertschätzung“, sagte Veronika Netzhammer. Dank zollte sie auch den Gemeinderatskollegen, weil man immer respektvoll miteinander umgegangen sei. „Die Zeit war immer hochinteressant, aber auch nicht immer einfach“, sagte sie. Bezogen auf die von Häusler angesprochene Konsequenz halte sie sich lieber an ein Zitat von an Franz Josef Strauß: „Wer everybody‘s darling sein möchte, ist zuletzt everybody‘s Depp“. Als letzten Rat gab sie den Gemeinderäten mit auf den Weg, dass die Kommune beim Klimaschutz mehr vorangehen müsse. „Schottergärten kann man nicht mehr akzeptieren!“

Mit Hausen an der Aach verwachsen

Thomas Stocker hat die Geschichte von Hausen an der Aach über Jahrzehnte maßgeblich geprägt. Er war von 1984 bis 2019 im Ortschaftsrat und von 1999 bis 2019 Ortsvorsteher. „Wohl niemand ist mit Hausen so verwachsen, wie Thomas Stocker„, sagte OB Häusler. Kleine Orte wie Hausen müssten den Spagat schaffen, mit der Ausweisung neuer Baugebiete dafür zu sorgen, dass Infrastruktur im Ort bleibe könne. Dafür hatte sich Stocker immer eingesetzt. So wurde das Alte Rathaus zu einer Begegnungsstätte und neue Baugebiete entstanden.

Thomas Stocker freute sich über die besondere Auszeichnung. „Es ist viel Gutes gesagt worden, aber ich habe es auch verdient“, sagte er. Die 35 Jahre in der Kommunalpolitik hätten ihn sehr bereichert und menschlich weitergebracht. Bernd Häusler blickte im Rahmen der weiteren Ehrungen auf einen großen Zeitraum seit dem Jahr 1980 zurück, denn einige der Geehrten waren bereits in dieser Zeit im Gemeinderat.

Rückblick auf die 80er-Jahre

Man erinnere sich: 1980 wurde die Kunsthalle wieder eröffnet, die Anbindung der Nordstadt beschlossen und auch ein Autobahnparkplatz am Fuße des Hohentwiels, der zum Glück niemals realisiert worden sei, so Häusler. In den 1980er Jahren wurde auch die Fußgängerzone realisiert. 1990 war das Baugebiet Twielfeld das erste, in dem Tempo 30 eingeführt wurde. In den vergangenen fünf Jahren hatte der Gemeinderat pro Jahr über 360 Vorlagen zu beackern.

Sie engagieren sich bereits seit zehn oder 20 Jahren im Ortschaftsrat. Im Bild (von links) OB Bernd Häusler, Bernhard Schütz, Hans-Georg Epplen, Rainer Moser, Stefan Dunaiski und Christine Schnell.
Sie engagieren sich bereits seit zehn oder 20 Jahren im Ortschaftsrat. Im Bild (von links) OB Bernd Häusler, Bernhard Schütz, Hans-Georg Epplen, Rainer Moser, Stefan Dunaiski und Christine Schnell. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

2014 habe man mit dem Projekt ECE begonnen, es sei aber auch die schwierige Zeit der Aufarbeitung der GVV-Pleite gewesen. Nichtsdestotrotz habe der Rat in den vergangenen fünf Jahren Vieles bewegt. Mit neuen Mitgliedern geht der Rat nun in die nächste Legislaturperiode. In Reimform und mit einer Portion Wehmut nahm Inge Kley Abschied von ihrer Tätigkeit als Gemeinderätin. Sie war seit 1994 dabei.

Ehrungen und Verabschiedungen

Ehrenring: Veronika Netzhammer und Thomas Stocker.

Diese Ehrenringe wurden bisher verliehen: Albert Funk (Ehrenbürger, 1962) sowie Hans Constantin Paulssen, (Ehrenbürger, 1962), Prof. Dr. Max Ernst, Chefarzt der Chirurgie am städt. Krankenhaus (1965), Professor Otto Dix (1966), Dr. Albert Kempf, Chefarzt der Gynäkologie am städt. Krankenhaus (1970)Otto Ludwig Muser, Bürgermeister i. R. (1973), Hannes Ott (1982), Prof. Dr. Heinz Rübsaamen, Chefarzt der Pathologie und ärztlicher Direktor (1982), Fritz Hässig (1984), Helmut Ruf, Bürgermeister a. D. (1985), Rüdiger Neef, Bürgermeister a. D. (2001), Heinz Troppmann (2003), Wilhelm Grimm (2004), Horst Rieger (2004), Ewald Flad (2004), Andreas Renner (2005), Johannes Matern (2009), Dietmar Johann (2011), Emmi Kraus (2014), Adolf Oexle (2014, Gerd Springe (2015), Harry Falk (2016).

Ortschaftsräte: 20 Jahre (Silber): Stefan Dunaiski und Christine Schnell (beide Bohlingen) sowie Rainer Moser (Überlingen am Ried). 10 Jahre (Bronze): Heike Erb (Bohlingen), Hans-Georg Epplen (Friedingen), Claudia Ehret (Hausen an der Aach), Bernhard Schütz (Überlingen am Ried). Gold: Robert Joos (31 Jahre im Ortschaftsrat Hausen). Silber: Armin Hubenschmid (Friedingen), Rolf Rapp (Schlatt unter Krähen). Bronze: Daniel Baerwind (Beuren an der Aach), Martina Förderer (Friedingen) und Siegfried Bölle (Hausen).

Verabschiedungen: Wolfgang Werkmeister, Tanja Sander, Michael Wildöer (Beuren), Werner Müller, Anton Kral (Bohlingen), Peter Nägele, Ulrike Riederer (Friedingen), Petra Sybille Nothhelfer (Hausen), Francesca Cordino-Oexle, Markus Sager (Schlatt), Marco Bohner, Pascal Flohr (Überlingen).

Gemeinderäte 40 Jahre : Peter Hänssler. 20 Jahre: Hans-Peter Stroppa. 10 Jahre: Kirsten Brößke, Isabelle Büren-Brauch, Benedikt Oexle und Hans-Peter Storz.

Verabschiedungen: 40 Jahre: Manfred Bassler. 10 Jahre: Professor Dieter Rühland. 5 Jahre: Mirko Fanke und Monika Leible-Karcher. Angelika Haberstroh, Christel Höpfner, Inge Kley und Thomas Köstler.