Die Evangelische Arbeitnehmerschaft Bodensee hat einen neuen Namen. In Zukunft agiert der Verein als "Ökumenisches Bündnis für Menschenrechte Hegau-Bodensee e.V.". Eines der Projekte ist die Einrichtung einer Sinti-Gedenkstätte in Singen. Die Aufarbeitung des Schicksals der Sinti-Familie Winter, die am Tannenberg gelebt hat, ist ein Schwerpunkt des neuen Bündnisses.

Doch auch die Stadt Singen ist seit einiger Zeit mit dem Thema beschäftigt. Der Historiker Axel Huber, der im Auftrag der Stadt über das Schicksal der Familie forscht, hat hierfür schon länger in Archiven gesucht und bekommt immer noch neues Material, das er zusammenfasst und auswertet.

Auch ein Historiker forscht

Die Familie hatte im Zweiten Weltkrieg Schreckliches erlebt und ein Großteil der Familienmitglieder starb im Konzentrationslager. Nur zwei Familienmitglieder kamen zurück und lebten wieder in Singen. Noch heute leben deren Nachkommen im Hegau.

In welcher Form und wo eine Sinti-Gedenkstätte geschaffen werden soll, ist noch nicht klar. Vielleicht wäre ein Gedenken an die schrecklichen Erlebnisse der Familie auch in einem Stadtmuseum gut untergebracht, meint Huber. Aber es gibt auch noch andere Ideen.

Allerdings haben die Nachkommen auch Vorbehalte gegen eine Gedenkstätte an ihrem früheren Wohnort am Tannenberg. "Die Angehörigen haben Angst, wenn die Gedenkstätte dort entstünde", sagt Heidi Haug. "Wir wollen aufklären und zeigen, dass die Sinti und Roma auch zu unserer Gesellschaft gehören", betont Heinz Kapp.

Unterstützung von Spendern und Kirchen

Mit Michael Schneider hat der Verein einen neuen Mitstreiter gefunden. "Wir haben für das Projekt eine Summe von 10000 Euro an Fördergeldern von der Landesarbeitsgemeinschaft offene Jugendbildung Baden-Württemberg bekommen", berichtet Schneider. Über die Aktion "Schenken mit Herz" spendete die Sparkasse Hegau-Bodensee für das Projekt. Zudem hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen einen Arbeitskreis Sinti und Roma.