An einigen Tagen im Jahr ist eine Feier gesetzt: Zu Silvester knallen die Korken, zum Geburtstag meistens auch. Am einen Tag wird kollektiv gefeiert, am anderen persönlichen Ehrentag zumindest im Kollektiv der Freunde. Wo es sich am besten feiert, ist persönlicher Geschmack – ebenso wie der beste Fummel oder das liebste Getränk für den Abend. Doch wenn es in den nächsten Club gehen soll, haben da noch andere mitzureden: Türsteher. Sie entscheiden, wer rein kommt und wer nicht. Für eine Gruppe vom Hochrhein endete der geplante Discobesuch in Singen neulich dank eines Türstehers an eben jener Tür. Vier junge Männer und drei Frauen wollten einen Geburtstag feiern. Zwei Männer kamen rein, die nächsten beiden nicht. Sie sind dunkelhäutig.

Ein Zufall oder Diskriminierung?

Die Gruppe sagt: Es lag an der Hautfarbe. „Wir wollten Spaß haben und hatten stattdessen die ganze Nacht Stress“, schildert Paul Mendy. Der Türsteher habe wieder und wieder nach einer Einladung gefragt – doch der Rest seines Freundeskreises sei schließlich auch ohne in den Club gekommen. „Er hat mich nicht mal nach dem Ausweis gefragt“, kritisiert Mendy. Er lebt seit 4,5 Jahren in Deutschland, nach der Arbeit spielt er Landesliga-Fußball in Laufenburg. Der Betriebsleiter der Diskothek entgegnet: Die Hautfarbe spielt gar keine Rolle, es habe an der Alkoholisierung von einem der beiden Männer gelegen. Es sei an den Türstehern, späteren Konflikten vorzubeugen. „Du kommst hier nicht rein“ sei eben nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern mehrmals pro Abend angesagt. Hin und wieder würden sie anschließend wegen Diskriminierung oder Rassismus kritisiert, sagt der Betriebsleiter. Doch sie seien anderen Nationalitäten gegenüber sehr offen: Der Sicherheitsmann habe selbst Migrationshintergrund, in dem Club würden Menschen aus 15 Nationen arbeiten.

Und nun? Für Mendy ist klar, dass er sich die Geburtstagsfeier seiner Freundin anders vorgestellt hat und künftig nicht mehr in Singen feiern will. Bleibt zu hoffen, dass sie nicht bis Silvester auf die nächste Gelegenheit warten müssen. Denn eigentlich wollten sie alle doch nur Spaß haben.

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Wer ohnehin lieber draußen ist: Ab ins Freiluftkino

Dabei sind manche Menschen bei sommerlichen Temperaturen, wie sie hoffentlich bald wieder kommen, ohnehin fast lieber draußen. Umso besser, wenn sich das Feierabendbier noch mit einem Film kombinieren lässt. Ich habe mir fest vorgenommen, dem Freiluftkino der Gems in diesem Jahr einen Besuch abzustatten. Mögen Sie es musikalisch? Dann läuft morgen Bohemian Rhapsody über Queen oder am Donnerstag, 15. August, Rocketman über Elton John. Mögen Sie es eher lustig? Nachdenklich? Oscarprämiert? Das alles wird geboten. Und das Gute: Hier gibt es eine Alternative, falls es doch mal regnet. Dann dürfen hier nämlich sicher alle rein.

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