Aus dem Loch in der Decke trifft ein Wasserstrahl genau in die Mitte des Tisches aus Metall. Zum Trommelklang des platschenden Wassers zischt und spritzt es nach allen Seiten in den Raum vom Wasserhochbehälter Ambohl auf der Schanz. Christoph Bauer hatte schon vorgewarnt und fragte in die Runde: "Alle bereit?" bevor Christian Berger von den Stadtwerken den Schalter betätigte und der Wasserstrahl aus der Decke fällt. Gespannt warteten Catharina Scheufele vom städtischen Kulturbüro, OB Bernd Häusler, die Galerist Helena und Werner Vayhinger, Stadträtin Angelika Berner-Assfalg, Initiator Manfred Sailer, Lilian Gramlich und Christian Berger von der Stadtverwaltung auf den Wasserstrahl, der aus der Decke des Wasserhochbehälters Ambohl auf den Tisch platscht und innerhalb kurzer Zeit wurden die Umstehenden nass und zum Teil des Kunstwerks "Brunnenstube", das wieder neu in Stand gesetzt wurde.

Hochbehälter zwischenzeitlich geschlossen

Diese Arbeit war ein Beitrag des Künstlers Roman Signer zum Kunstprojekt "Hier, da und dort" zur Landesgartenschau 2000, an dem auch Manfred Sailer und Museumsleiter Christoph Bauer maßgeblich beteiligt waren. Durch Vandalismus zerstört, musste der Hochbehälter vor einiger Zeit geschlossen werden.

Dabei fiel das Fehlen gar nicht so sehr auf: "Dieses Kunstwerk ist nicht so präsent wie viele andere, die aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind", erinnerte Oberbürgermeister Bernd Häusler, dass dieser Hochbehälter 1903 errichtet wurde und der erste in Singen war. Damals ein Ort mit knapp 3000 Einwohnern. Bis in die 60er Jahre versorgte der Hochbehälter Ambohl die Stadt mit Wasser.

Um die "Brunnenstube" wieder in Gang zu bringen, hätten die Stadtwerke eine Menge Arbeit reinstecken müssen. Aber er sei froh und dankbar, dass dieses Kunstwerk wieder neu eingeweiht werden kann. Es ist das zweite Werk nach der "Ballannahme" von Olaf Metzel, das im Garten der Galerie Vayhinger wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Für Christoph Bauer ist die "Brunnenstube" ein Musterbeispiel für Kunst im öffentlichen Raum. Signer setze die Zeitabläufe in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Der Künstler nutzt den Raum, der Betrachter hört und spürt das Wasser und wird so in das Geschehen mit einbezogen.

Für Interessierte sind Führungen möglich, an Einzelpersonen wird auch der Schlüssel für den Hochbehälter ausgehändigt. Angefragt werden kann im Kunstmuseum, im MAC Museum und in der Galerie Vayhinger.