Singen Neue Funktion für die Villa Wetzstein

Der erste Gebäudetrakt für das Singener Hospizzentrum ist fertig. Das Interesse der Besucher beim Tag der offenen Tür ist groß.

Einen Besucheransturm erlebte die Villa Wetzstein am Samstag beim Tag der offenen Tür für den ersten Gebäudetrakt des Hospizzentrums. Nach der Sanierung des Gebäudes an der Hegaustraße informierten die Kooperationspartner, die das Hospizzentrum Horizont gemeinsam betreiben werden, über ihre Arbeit sowie über die Planungen des weiteren Baufortschritts.

"Wir sind froh, dass es zügig weitergeht. Wir sind auf einem guten Weg", sagte Christian Grams, Geschäftsführer des Hospizzentrums mit dem Namen Horizont. Es handelt sich dabei um ein ökumenisches Projekt, dessen Zuständigkeitsbereich sich auf den Landkreis Konstanz erstreckt. Beim Tag der offenen Tür, so resümierte der Geschäftsführer, habe er eine breite Unterstützung von Seiten der Besucher gespürt. "Wir hoffen, im Herbst 2019 den Neubau mit dem umgebauten grünen Haus einweihen zu können", sagte sein Kollege von der Caritas, Wolfgang Heintschel. "Wir haben im Vorfeld viele Hospize besucht und immer dort, wo sie mitten im Leben angesiedelt sind, wurde dies von den Mitarbeitern als besonders positiv beurteilt", führte Christian Grams aus.

Das grüne Haus wird gerade saniert und wird später zum Hospizzentrum gehören. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Das grüne Haus wird gerade saniert und wird später zum Hospizzentrum gehören. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Der Denkmalschutz interessierte die Besucher bei der ersten Baustellenführung mit dem Architekten Wolfgang Riede. Im Fokus stand auch der derzeitige Stand der Dinge im sogenannten grünen Haus neben der Villa Wetzstein. Beide Gebäude sind erst seit Ende 2014 denkmalgeschützt. Reinhold Panter, der in der Innenstadt wohnt, beobachtet den Baufortschritt genau. Ihn interessierte der Abstand zwischen grünem Haus und dem Neubau und die Frage, warum die Fenster an der Nordseite des grünen Hauses zugemauert wurden. "Das mussten sein, damit die Handwerker das Erdgeschoss tiefer legen können, um einen ebenerdigen Eingang zu bekommen", erläuterte Wolfgang Riede. Das Zumauern sei aus statischen Gründen nötig gewesen.

Groß war das Interesse am Tag der offenen Tür auf der Baustelle des Hospizzentrums Horizont. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Groß war das Interesse am Tag der offenen Tür auf der Baustelle des Hospizzentrums Horizont. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Dennoch wird das grüne Haus, das die Stadt für 200 000 Euro von den früheren Besitzern gekauft hatte, wie Oberbürgermeister Bernd Häusler am Rande bemerkte, so denkmalgerecht saniert wie möglich. "Wie schafft man es, dass die Fenster im grünen Haus dann bei Tieferlegung des Erdgeschosses ebenfalls abgesenkt werden?", fragte Jürgen Horn. Die Antwort: Man werde die Brüstungen etwa auf Hüfthöhe heruntersetzen. Insgesamt vollführe man – auch in Abstimmung mit dem Denkmalschutz – dabei eine Art Spagat, um das Gebäude in seiner Kubatur erlebbar zu machen, aber auch die Erfordernisse für das Raumprogramm zu erfüllen, so Wolfgang Riede. Durch eine Lösung über einen Aufzug von der Tiefgarage sei in allen Teilen des Hospizzentrums zukünftig die Barrierefreiheit gegeben.

Der Architekt Wolfgang Riede (rechts) erläutert auf der Baustelle des Hospizzentrum Horizont den Stand der Bauarbeiten. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Der Architekt Wolfgang Riede (rechts) erläutert auf der Baustelle des Hospizzentrum Horizont den Stand der Bauarbeiten. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Der Tag der offenen Tür hatte mit einem ökumenischen Impuls in der Herz-Jesu-Kirche begonnen. Später segneten der katholische Dekan Matthias Zimmermann und die evangelische Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal die Villa Wetzstein. Infos gab es in den Büroräumen von Mitarbeitern von Palliativ Daheim und des Hospizvereins Singen und Hegau. Die Mitarbeiter von SAPV (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung) sind froh, dass sie hier ein Zuhause gefunden haben, sagte Iris Eggensberger. Der Hospizverein ist ebenfalls im Januar in die Villa Wetzstein eingezogen. "Es ist sehr schön geworden", sagte Irmgard Mautner. Sie muss es wissen, denn sie kennt das Haus seit ihrem zehnten Lebensjahr.

Dekan Matthias Zimmermann und Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal segnen nach dem Gottesdienst die Villa Wetzstein. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm
Dekan Matthias Zimmermann und Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal segnen nach dem Gottesdienst die Villa Wetzstein. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

 

Infos zum Hospizzentrum

Das Hospizzentrum Horizont wird nach seiner kompletten Fertigstellung – voraussichtlich im Herbst 2019 – sechs Bereiche anbieten. Dazu gehört ein stationäres Hospiz mit neun Plätzen (plus ein Platz, der für die Zeit des Abschiednehmens der Angehörigen vorgehalten wird), der Bereich SAPV Palliativ Daheim, der Hospizverein Singen und Hegau, ein als Garten gestalteter Trauerort sowie die Bereiche Kultur & Bildung und ein Café. Die Sanierung der Villa Wetzstein hat rund 1,7 Millionen Euro gekostet, davon kam knapp eine Million Euro aus dem Sanierungszuschuss für die östliche Innenstadt (weitere Infos zum Hospizzentrum mit Angaben unter anderem zu Spendenmöglichkeiten unter www.horizont-hospizzentrum.de). (sgr)

 

 

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