Herr Vlachopoulos, wie würden Sie das, was Sie auf der Bühne machen, beschreiben?

Ich versuche, unterhaltsam zu sein. Manchmal ist das, was ich mache, literarisch, manchmal ist es platt. Manchmal muss man sich ein bisschen Mühe geben, mir zu folgen. Aber ich möchte vor allem lustig sein.

Was treibt einen Englisch- und Deutschlehrer mit griechischen Wurzeln auf die Bühne?

Ich habe im zweiten Semester meines Studiums Poetry Slam entdeckt und sofort gemerkt, dass das mein Ding ist.

Und dann haben Sie sich hingesetzt und einfach etwas geschrieben?

Ich habe mich gleich hingesetzt und zwei Monate Müll geschrieben. Der erste brauchbare Text entstand am Vorabend des ersten Slam.

Woher nehmen Sie die Inspiration? Wie kommen Ihnen die Ideen?

Ich bin Teil eines kleinen Kollektivs von fünf völlig unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern. Wir stehen in ständigem Austausch und treffen uns regelmäßig, um über Ideen und Probleme zu sprechen. Das fördert ungemein den eigenen Output! Ansonsten brauche ich Fristen und Deadlines, um produktiv zu werden.

Können Sie sich noch an Ihren allerersten Auftritt erinnern?

Ich habe gezittert wie ein Aal und mich sehr oft verlesen. Es war schon ein bisschen eine Qual, aber eine süße...

Sie werden gerne als „Artikulations-Akrobat“ bezeichnet. Was unterscheidet Sie von Ihren Kolleginnen und Kollegen?

Naja, ich spiele eben mein Programm und andere spielen ihr Programm. Viele denken, mein Tempo ist so etwas wie mein Alleinstellungsmerkmal. Ich weiß nicht, ob das stimmt.

Sie wagen sich auch an gesellschaftskritische Themen heran, zeigen Haltung. Wo ist Ihre Grenze? Wozu würden Sie nicht Stellung beziehen?

Wenn ich Ihnen das jetzt verraten würde, würde ich ja implizit Stellung beziehen. Aber grundsätzlich habe ich keine Angst vor Tabus.

Sie werden im Februar gleich zwei Mal in der Singener Gems zu Gast sein. Warum lohnt es sich, Tickets für beide Events zu kaufen?

Das werden zwei vollkommen unterschiedliche Abende. Wenn Sie viele Künstlerinnen und Künstler sehen wollen, schauen Sie sich den Poetry Slam an. Wenn ich Ihnen reiche, kommen Sie gerne zu mir! Wenn Sie mal was ganz Verrücktes machen wollen, machen Sie den Fernseher aus und schauen sich doch beides an.

Fragen: Nicola M. Westphal