Als wär's bestellt, hielt der Winter für die Narren im Hegau schnell Einzug, bevor er in den kommenden Tagen zünftig vertrieben werden kann. Zum Auftakt hat die Narrenschar den schmotzigen Dunschtig genutzt, um die Obrigkeit abzusetzen.

Und die Musik spielt dazu

In Überlingen setzte Ortsvorsteher Bernhard Schütz – unterstützt von Ratsmitglied Jürgen Schröder – bei der Verteidigung der Macht in der Ortsverwaltung ganz auf die Ortsgeschichte. Die örtliche Chrützerbrötli-Zunft kann gerade auf das 60-jährige Bestehen zurückblicken, Schütz und Schröder schickten die Narren auf eine Zeitreise in die 60er-Jahre – wie viel Geschäfte gab's damals im Ort und welche Narrenbeiz hatte noch lange nicht geöffnet. Am Ende wurd' es eng für Zunftmeister Wagenbrenner. Wissensmäßig war ihm Klaus Rimmele vom Musikverein gewachsen. Am Ende rettete sich Wagenbrenner mit Schalk, verdonnerte die Musiker zum Narrenbaumstellen und sicherte sich den schweren Rathausschlüssel, den er nun bis Aschermittwoch sicher verwahren will. Den Narrenbaum stellten zur Mittagszeit wie gewohnt die Holzer – und die Musik spielte dazu...

Im Märchenwald

In Beuren an der Aach machten es sich nach der erfolgreichen Rathaus-Erstürmung Zwerge, Prinzessinnen, und viele andere Märchenwesen im Musikhaus bequem. Hier hinter dem Rathaus konnten sich alle Anhänger der Buronia-Zunft, nach einem kalten Morgen, aufwärmen, stärken und die müden Beine ausruhen. Begleitet wurden sie dabei von einer Schar Kinder, die das Motto perfekt umsetzten. Nach einem fröhlichen Auftakt des Musikvereins Harmonie gaben auch die Kinder ihr Können zum Besten. Vergnügt tanzen und sangen sie auf der Bühne und die Eltern strahlten.

Becken zur Versteigerung

In Friedingen "kasch mache wa de wit" – so das diesjährige Fastnachtsmotto. Als am schmotzigen Dunstig Narren, Musiker und Bürger in die Schlossberghalle einkehrten, füllte sich diese schnell. Der Fanfarenzug spielte, doch die Musiker waren nicht erfreutr, als die Kä-Stock-Zunft bekannt gab, eines ihrer Becken zu versteigern. Das wurde wohl am letzten Narrentreffen vergessen und somit von der Narrenzunft beschlagnahmt. Nach langem Hin und Her gelang es dem Musikverein, das vermisste Becken für schlappe 88 Euro zurück zu ersteigern. Das Geld wird zum Wohle der Kinder für die Kinderfastnacht am Dienstag verwendet. Im Anschluss begeisterten die Grundschüler mit ihrer Version des Cup-Songs und die Kindergartenkinder zeigten den "Körperteil-Blues".

Im Entenmarsch

In Bohlingen ging es im Entenmarsch für die Grundschüler mit Rektorin Sabine Koblitz beim Kinder- und Narrenbaumumzug „durch die Aach“ um vom Ober- in das Unterdorf zu gelangen. Das Thema Wasserwelten – "d`Aachbruck isch zue“ machte die Narren erfinderisch, als Delfine, Seepferde, Seeräuber und Aach-Fischer zogen viele kostümierte Narren durchs Dorf und feierten im Trubehüeternest.

Schnörrle locken

In Hausen an der Aach hat die Reblauszunft mit Pauken und Trompeten unter Federführung von Zunftmeister Andreas Stocker mit dem Musikverein die Kindergartenkinder in den wohlverdienten Fasnachtsurlaub geschickt. Doch bevor sie mit ihren Eltern in die Eichenhalle pilgerten, mussten die beiden Erzieherinnen Vanessa de Rossi und Joanna Malek sich noch bei einem Geschicklichkeitsspiel bewähren. In der Eichenhalle hatten schon am frühen Morgen viele Gäste Platz genommen, denn das Schnörrle-Essen hat Tradition. "Auch an uns ist Industrie 4.0 nicht vorbeigegangen. Wir bekommen die Schnörrle und Bäckchen nun fertig gegart", verriet Enzo Rinaldi, der das Schnörrle-Essen seit rund 12 Jahren betreut. Früher hatte man das Fleisch noch selbst rasiert, eingelegt und zubereitet. Doch auch Rollschinken war im Angebot, denn die "Steckdosen" vom Schwein sind nicht jedermanns Sache.

Reise nach Schlameika

In Schlatt unter Krähen musste siech Marcus Wadehn seine erste Kindergartenbefreiung als Zunftmeister der Schlatter Breame verdienen. Vier Aufgaben und eine Taufe warteten auf ihn, als die Zunft im Kindergarten und anschließend im PTSV-Vereinsheim eintrudelte. Die Erzieherinnen hatten sich lustige Spiele, vom Windeln wechseln bis zum Schubkarren fahren ausgedacht, bevor sie Orden an alle verteilten. Beim Hantieren mit Hula-Hoop-Reifen zeigte sich, dass so ein Häs doch eher ungünstig geschnitten ist, um diese Technik samt Hüftschwung gut zu meistern. Im Rathaus hatte eine in den Farben Jamaikas gekleidete Gruppe, die "Schlameikaner" um Ortsvorsteher Markus Moßbrugger kulinarisch alles für die Machtübernahme vorbereitet. Willig überließ Moßbrugger dem Zunftmeister den Rathausschlüssel. Nach Narrensuppe und Narrenbaumumzug ließen die Schlatter den Tag bei der Kinderfasnacht ausklingen.