Das Thema fand reges Interesse bei den Überlinger Senioren: Das Bürgerhaus war bis auf den letzten Platz besetzt, als Jürgen Schröder, Vorsitzender des Vereins, die Pläne zum Projekt Nachbarschaftshilfe vorstellte. „Die früheren Strukturen der Großfamilie, wo Jung und Alt sich gegenseitig umeinander kümmerten, existieren heute nicht mehr“, ließ er verlauten. „Unser Ziel ist es, den älteren Menschen ein selbständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.“

Das Angebot umfasst Dienste, wie Unterstützung beim Einkaufen und bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, aber auch Spaziergänge oder Vorlesestunden gehören zum Programm. Dass die Helfer bei der Begleitung zum Arzt und bei Behördengängen zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, versteht sich von selbst. Zwölf Euro pro Stunde zuzüglich 0,30 Euro Fahrgeld pro Kilometer werden dem Hilfesuchenden berechnet. „Selbstverständlich können Leistungen bei der Pflegekasse geltend gemacht werden“ informierte Schröder.

Rufbus mit neun Plätzen

Um optimal auf ihre Einsätze vorbereitet zu sein, werden die Helfer ab Oktober an 18 Abenden geschult. Momentan hat der Verein, der im Januar dieses Jahres gegründet wurde, 20 Mitglieder und ist noch auf der Suche nach weiteren Freiwilligen sowie Fahrern für den Rufbus. Bei diesem handelt es sich um einen Ford Transit mit neun Plätzen, der Fahrdienste für hilfsbedürftige Bürger anbietet. „Der demografische Wandel führt vor allem in ländlichen Gegenden zu entgegengesetzt verlaufenden Entwicklungen“, erklärte Kassierer Bernhard Schütz, „gleichzeitig gibt es immer mehr ältere Menschen, die Unterstützung in der Mobilität brauchen.“ Der Rufbus kann telefonisch geordert werden, vorläufig soll er zwischen Dienstag und Freitag fahren. Ein fester Fahrpreis wird nicht erhoben, Spenden sind aber jederzeit willkommen.

Gabriele Manz stellt sich die Koordination schwierig vor. „Wenn mehrere Personen mit unterschiedlichen Zielen gleichzeitig an Bord sind, ist die zeitliche Koordination für den Fahrer eine echte Herausforderung“, meinte sie. Für Doris Feucht ist der Bus momentan noch keine Option. „Mein Mann und ich kommen noch ganz gut alleine klar“, sagte sie, „aber man weiß ja nie, was die Zeit bringt, und deshalb ist es gut, informiert zu sein.“