"Es geht um Gemeinschaft über soziale Grenzen hinweg", erklärt Andrea Fink im Pressegespräch. Das Angebot der Vesperkirche richte sich an Menschen aus allen sozialen Schichten, betont die Pfarrerin der Luthergemeinde. Beim Essen sollen die Gäste miteinander ins Gespräch kommen. Bereits bei der ersten Vesperkirche 2016 war zu sehen, dass dieses Konzept funktioniert. "Es finden Begegnungen statt, die es sonst nicht gäbe", sagt Fink. Außerdem habe sich in den vergangenen drei Jahren gezeigt, dass die Vesperkirche nachhaltig sei – das Projekt wirke über die eigentliche Dauer hinaus, betont sie.

Etwa 50 Prozent der Besucher sind arm

Etwas mehr als die Hälfte der Besucher der Vesperkirche seien von Armut betroffen, erklärt Udo Engelhardt von der Singener Tafel. Dazu gehörten viele Tafelgäste, da die Tafel während der Vesperkirchenzeit geschlossen habe. Für die Tafelgäste sei die Vesperkirche eine Bereicherung. "Sie freuen sich darauf", weiß Engelhardt. Hier gibt es täglich von 11.30 bis 14 Uhr ein warmes Mittagessen, Getränke sowie Kaffee und Kuchen. Jeder Gast kann dafür geben, was er kann.

Spenden-Euphorie geht zurück

Willy Wagenblast, zuständig für die Finanzen der Vesperkirche, hat in den vergangenen drei Jahren festgestellt, dass die Zahl der alleinstehenden älteren Besucher stetig steige. "Viele freuen sich über Gemeinschaft beim Essen", weiß er. Der Kassierer sprach über den Einsatz etlicher Sponsoren, informierte aber auch über steigende Ausgaben und sinkende Einnahmen. "Die Spenden-Euphorie ist nicht mehr da", bedauerte er. Wagenblast kündigte an, dass dies sein letztes Jahr als Kassierer sei und stellte mit Ulrich Kaiser bereits seinen Nachfolger vor.

Ohne Unterstützung der Stadt wäre Vesperkirche nicht möglich

Andrea Fink betonte, wie wichtig die Unterstützung der Stadt für die Vesperkirche sei. Dabei hob sie den Einsatz der Bauhof-Mitarbeiter hervor beim Aus- und Einbau der Kirchenbänke. "Die Vesperkirche wird von allen Menschen der Stadt hervorragend angenommen", ist OB Bernd Häusler überzeugt.

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600 Helfer im Einsatz – hinzu kommen Kuchenspenden

Mehr als 600 Helfer kommen im Januar zum Einsatz. "Die Listen waren schnell gefüllt", erklärt Christiane Hofmann. Sie ist zuständig für die Koordination des Personals und freut sich über die Hilfsbereitschaft. Zum Helferteam gehörten Einzelpersonen, Gruppen, Schulklassen und Vereine. Für die Vesperkirche werden täglich 300 warme Essen gebraucht. Wie im Vorjahr sollen diese unter der Woche von der Firma Catering Maier in Stockach und am Wochenende im Haus am Hohentwiel zubereitet werden. "Für das Kuchenbuffet sind wir auf Unterstützung der Bevölkerung angewiesen", sagt Claudia Graf. Täglich würden 30 Kuchen benötigt. Sie hoffe, dass es mit den Kuchenspenden so gut klappt wie zuvor. Die Anmeldung der Kuchenspenden ist bei Karin Burger, Telefon (07731) 446 79 oder per E-Mail unter graf.claudia@t-online.de möglich.

Hegau-Gymnasium und Fondium unter den Sponsoren

Wie vielfältig das Engagement der Sponsoren ist, wird am Beispiel des Hegau-Gymnasiums deutlich. Wie von Lehrerin Gabriele Haunz angekündigt, soll vom Weihnachtskonzert wieder ein Teil für die Vesperkirche gespendet werden. Erleichtert berichtete Andrea Fink von einem Gespräch bei Fondium: Dort sei die Fortsetzung der Unterstützung, auch nach der Übernahme bei Georg Fischer, zugesichert worden. Somit könne weiterhin die Firmen-Geschirrspülmaschine in der Kantine zum Reinigen des Geschirrs genutzt werden, erklärte die Pfarrerin.

Gedenken an Ingrid Hempel

Fink rief zum Gedenken an die in diesem Jahr verstorbene Ingrid Hempel – eine Sponsorin der ersten Stunde – auf. Als Vorsitzende des Stiftungsrats der Bürgerstiftung habe sich die Verstorbene sehr für die Vesperkirche eingesetzt, so Andrea Fink.