Der 21-jährige Stuckateur Michael Steidle hat es ins deutsche Nationalteam der Stuckateure geschafft. Er hatte bei seiner Gesellenprüfung bestens abgeschnitten und ging somit als Innungssieger der Stuckateur-Innung Konstanz hervor. Steidle trat nun vor wenigen Tagen bei einem Wettbewerb im Ausbildungszentrum im Bühl an, der entscheiden sollte, welche Jungstuckateure in die Nationalmannschaft aufgenommen werden.

Die Teilnehmer dürfen höchstens 23 Jahre alt sein, denn sonst gelten sie nicht mehr als Jungstuckateure. Bei dem Wettbewerb hatten Steidle und die anderen Teilnehmer sechs Stunden Zeit, um eine 1,20 auf 1,20 Meter große Rigipsplatte mit dem eigenem Werkzeug nach Plan zu gestalten. Von 25 Bewerbern haben es mit Michael Steidle nur drei weitere Handwerker ins Nationalteam geschafft. Das Team besteht aus zehn Stuckateuren, wovon nur zwei Frauen sind. „Es ist wirklich eine tolle Teamatmosphäre“, berichtet Steidle.

Reicht es zur Europameisterschaft?

Im März 2016 wird auf der Messe „Farbe, Ausbau, Fassade“, (FAF) in München entschieden, wer zur Europameisterschaft nach Göteborg in Schweden fahren darf. Es wird hier in zwanzig Stunden eine Garderobe von 1, 80 Metern Höhe gebaut werden.Bis dahin werden viele Seminare und Schulungen speziell für das Nationalteam stattfinden, für die aber nicht jeder Stuckateur vom Betrieb extra Urlaub bekommt.

Bei Michael Steidle sieht es jedoch gut aus: „Ich kriege gottseidank Unterstützung vom Betrieb.“Das größte Ereignis in der Branche der Stuckateure sind die World Skills, also die Weltmeisterschaften, die 2017 in Abu Dhabi stattfinden werden. Auch hier wird es aber zuerst einen Vorentscheid geben.Doch dies liegt für Michael Steidle noch in weiter Zukunft. Er hat seine Gesellenlehre im Malerbetrieb Sauter in Singen gemacht, dessen Geschäftsführer Josef Steidle sein Onkel ist. Momentan arbeitet er in einem Betrieb in seiner Heimat auf der Alb. Wenn er nicht mehr im Nationalteam ist, will er auch die Meisterlehre machen.Der Beruf des Stuckateurs ist jung. Erst seit fünf Jahren ist eine Lehre zu dieser Profession überhaupt möglich. Michael Steidle erklärt, dass ihn vor allem die unterschiedlichen Tätigkeiten dieses Berufs ansprechen: „Ich brauche Abwechslung.“Der Stuckateur-Beruf ist vor dem Hintergrund der Energiewende interessant. Die energetische Sanierung und Erneuerung von Städten und Dörfern hat sich als eine effizienteste Möglichkeit herauskristallisiert, um schnell und nachhaltig sehr viel Heizenergie einsparen zu können. Das Stuckateur-Handwerk spielt bei der Energiewende eine wichtige Rolle: Bisher wurden durch Wärmedämmungen über 740 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

Infos zum Stuckateurberuf im Internet:

stuck-azubi.de