Der angekündigte Rücktritt von Angela Merkel als Bundesvorsitzende der CDU und die Kandidatur von Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn um die Amtsnachfolge wird im Zentrum der CDU-Kreisversammlung am Samstag, 17. November, um 10 Uhr in der Bildungsakademie in Singen stehen. Das sorgt bei den Mitgliedern in Singen und dem Hegau bereits im Vorfeld für Gesprächsstoff.

Gertrud Homburger aus Singen empfindet die anstehende Wahl um die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende als schwierig – auch wenn sie einräumt, dass damit zu rechnen gewesen sei. Sie selbst weiß noch nicht so recht, welchem der drei aussichtsreichen Bewerber sie den Vorzug geben soll.

Ähnlich äußert sich Peter Graf aus Hilzingen. Generell hält er den Wechsel an der Spitze der Partei nach der langen Phase unter Angela Merkel für angebracht. Auf einen Bewerber festlegen möchte er sich noch nicht, in der Tendenz neigt er jedoch zu Friedrich Merz.

Zwei Kandidaten aus dem konservativen Lager

Damit liegt er auf der Linie von Bäckermeister Jürgen Waldschütz aus Engen. "Ich finde es gut, dass Angela Merkel sich nach 18 Jahren zurückzieht", sagt er, "vor allem wegen der Verluste, die die CDU gemacht hat." Wie Peter Graf tendiert bei der Nachfolge für Friedrich Merz. Als problematisch empfindet er die politische Nähe zu Jens Spahn, der wie Friedrich Merz dem konservativen Lager innerhalb der Partei zugerechnet wird. "Meiner Meinung nach sollte die CDU, wenn sie klug ist, erst zwischen Friedrich Merz und Jens Spahn entscheiden." Danach könnte dann einer der beiden gegen Annegret Kramp-Karrenbauer antreten.

Klaus Sauter aus Gottmadingen schwankt derzeit bei seinen Präferenzen zwischen Friedrich Merz und der früheren Ministerpräsidentin des Saarlands. Im Moment möchte er erst einmal die innerparteilichen Diskussionen abwarten und sich danach entscheiden.

Dank an Angela Merkel

Marianne Guthoff aus Hilzingen verbindet die aktuelle Diskussion mit dem Dank an Angela Merkel. "Die Union braucht eine Erneuerung mit erfahrenen und jüngeren Führungspersönlichkeiten. Den Verdiensten von Angela Merkel um unser Land, Europa und der Welt gebührt unser Respekt und Dank." Was das Verfahren der Nachfolge anbelangt, befürwortet sie eine Mitgliederbefragung. Ein offener Prozess käme ihrer Meinung nach sehr gut an, was an ihrer Entscheidung aber nichts ändert. "Obwohl ich Annegret Kramp-Karrenbauer schätze und für kompetent halte, spreche ich mich für Friedrich Merz aus. Als gebürtige Sauerländerin kenne ich Friedrich Merz seit vielen Jahren. Er kann am ehesten die Einheit in der Union wiederherstellen."

Der Fraktion der Unentscheidenen dagegen gehört Bernhard Maier aus Engen an. Er will die Diskussionen in den Regionalkonferenzen abwarten. In der jetzigen Phase will er sich nur tendenziell äußern – und da hat für ihn Friedrich Merz die Nase vorn.