Der Gesamtelternbeirat (GEB) der Singener Kindertagesstätten hat sich bei seiner Hauptversammlung mit vier neuen Mitgliedern im Vorstand verstärkt. Vor den Wahlen erhielten die Anwesenden einen Einblick in die Arbeit im Haus, wo die Sitzung stattfand. Über das Thema "Virtuelle Welten – Chancen und Risiken?!" sprach die Diplom-Sozialpädagogin Meike Gmeinwieser.

Bei der zurückliegenden Hauptversammlung im Februar hatte der GEB die Satzung dahingehend geändert, dass der Elternbeirat jeder Kita einen Delegierten zum GEB entsenden solle. Bei mehr als zwei Gruppen kann ein weiterer Delegierter entsendet werden. Der Delegierte muss nicht unbedingt Elternbeirat sein. Rund 30 Eltern waren diesmal in der Sitzung. Aus ihren Reihen stellten sich Michael Knoblauch, Mandy Kumpf, Andreas Merlas und Christian Lison neu für die Arbeit im Vorstand zur Verfügung. Markus Worringer schied aus Zeitgründen aus dem Vorstand aus.

Als Gastgeberin zeigte die Leiterin der Kita Masurenstraße, Yvonne Krissler den Gästen zunächst das Haus. Seit 2013 befindet sich neben dem Altbau, der vor fast 25 Jahren in Betrieb ging und 64 Plätze bietet, eine Krippe mit 20 Plätzen. "Schön, dass die Kinder hier mit allen Sinnen die Welt entdecken können", sagte Meike Gmeinwieser beeindruckt nach der Führung. Die Diplom-Sozialpädagogin arbeitet bei der Fachstelle Sucht in Singen und beschäftigt sich in einem Teil ihrer Arbeit mit Menschen, die mediensüchtig sind. Dazu hat der Landkreis vor gut drei Jahren ein Kompetenzzentrum Mediensucht eingerichtet. "Sie müssen nicht ganz früh mit allen neuen Medien in Kontakt kommen, um später im Leben erfolgreich zu sein", sagte Meike Gmeinwieser.

Aber man sollte als Eltern früh anfangen, sich Gedanken über den Umgang mit Medien zu machen. Schließlich würden die Kinder, die heute geboren werden, in eine Familie kommen, in der meist alles vorhanden ist: Computer, Tablet-PC, Mobiltelefone, Spielekonsole und Fernseher.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt für Kinder bis zum Alter von drei Jahren, dass diese täglich höchstens 30 Minuten Hörmedien nutzen sollten, Fernseher, Video, Computer, Smartphones oder Tablets am besten gar nicht. "Elektronische Medien sind für Dreijährige weder sinnvoll noch notwendig", ist Gmeinwieser überzeugt. "Man empfiehlt für das tägliche Fernsehen fünf Minuten pro Lebensjahr am Tag", sagte sie. "Man merkt es dem Kind an, wenn es zuviel ist", sagte Yvonne Krissler. Ihr sechsjähriger Sohn habe sogar noch einen Kassettenrekorder. Bei Dreijährigen seien Hörspiele noch ganz wichtig, Bilderbücher anschauen und Vorlesen sowieso.

Wichtig im Umgang mit Medien ist auch das Vorbild der Eltern. Anstatt den Computer oder den Fernseher als Babysitter anzumachen, sollten Eltern interessante Alternativen anbieten. Regeln im Umgang mit den Medien machen es Kindern und Eltern leichter. Wichtig sei auch, gemeinsam zu schauen und sensibel auf Signale zu reagieren.

Gesamtelternbeirat

Sitzungen des Gesamtelternbeirats der Singener Kindertagesstätten finden meist einen Tag vor den Sitzungen des Ausschusses für Familie und Soziales statt, da er dort beratendes Mitglied ist. Die nächste Sitzung ist am Mittwoch, 7. Dezember, 20 Uhr, im Gasthaus Kreuz. Vorstand: Anke Schlums (Sprecherin), Annika Klotz (stellvertretende. Sprecherin), Beate Pfeiffer, Ronald Werner (Schriftführer, Kassierer), Mandy Kumpf, Michael Knoblauch, Andreas Merlas, Christian Lison. Kontakt: Anke Schlums, (0 77 31) 31 95 00, info@geb-singen.de. (sgr)